Bewertung
Der Bericht ist gefälscht. Weder das «Handelsblatt» noch die Deutsche Welle haben tatsächlich darüber berichtet.
Fakten
Das Video ist auf keinem offiziellen Kanal der Deutschen Welle zu finden. Auch eine Suche nach «Handelsblatt Rücktritt Merz» führt nicht zu der angeblichen Berichterstattung.
Stattdessen dementiert das «Handelsblatt» in einem eigenen Artikel die Echtheit des vermeintlichen Berichts. In einem weiteren Artikel berichtet die Zeitung über eine Warnung des Bundesamts für Verfassungsschutz vor gezielter Desinformation im Zusammenhang mit den anstehenden Landtagswahlen. Diese ziele darauf ab, «das politische Ansehen von Friedrich Merz als Bundeskanzler zu untergraben».
Auch die Deutsche Welle stellt in einem eigenen Faktencheck klar, dass es sich bei dem Video nicht um einen echten DW-Beitrag handelt. Dies ist auch daran zu erkennen, dass das DW-Logo im Video zwischen Minute 00:27 und 00:33 nicht korrekt dargestellt wird.
Verbreitung über prorussisches Netzwerk
Die Geschichte findet sich zudem auf einer Seite aus dem sogenannten Pravda-Netzwerk, das unter anderem von französischen Sicherheitsbehörden als pro-russische Propagandastruktur eingestuft wird.
Bereits vor der Bundestagswahl 2025 verbreitete eine russische Desinformationskampagne unter anderem die Behauptung, Friedrich Merz sei psychisch instabil, gepaart mit gefälschten Beweisen, um ihn zu diskreditieren.
Behauptung auch im Ausland verbreitet
Im nicht-deutschsprachigen Raum ist die Behauptung noch weiter verbreitet. Laut der US-amerikanischen Zeitung «Financial Times» vermuten deutsche Sicherheitsbehörden, dass die neue russische Desinformationskampagne im Vorfeld der Wahl in Sachsen-Anhalt gezielt über mehrere Stationen verbreitet werde. Die englischsprachigen Inhalte sollen demnach zunächst US-amerikanische Influencer erreichen und über diese anschließend ein deutsches Publikum.
Solche Kampagnen zielen unter anderem darauf ab, die politische Willensbildung im Vorfeld von Wahlen zu beeinflussen. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) hat bereits mehrere Faktenchecks zu weiteren gefälschten Nachrichtenartikeln veröffentlicht (hier und hier).
(Stand: 10.8.2026)
