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Bild von Eralp und Remmo ist gefälscht

Nach dem Wahlsieg feierte die Linke in Berlin ihre Spitzenkandidatin Elif Eralp. Doch dass ein führendes Mitglied eines Berliner Clans auf einer Party der Partei gesehen wurde, rief empörte Reaktionen hervor. So schrieb Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) bei X: «Dass Issa Remmo auf der Wahlparty der Berliner Linken auftaucht, ist ein verstörendes Signal.» Nun wird in sozialen Medien ein Bild verbreitet, das Eralp und Remmo Arm in Arm bei der Wahlparty zeigen soll. Doch es ist kein echtes Foto.

Bewertung

Das Bild wurde mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) generiert. Mehrere Details beweisen die Fälschung.

Fakten

Elif Eralp feierte ihren Wahlsieg im Festsaal Kreuzberg und trug am Wahlabend eine weiße Bluse (siehe Foto). Das Outfit, das auf dem gefälschten Bild zu sehen ist, ähnelt hingegen ihrer Kleidung bei einem Termin am Tag vor der Wahl: eine schwarze Jacke über einem roten Shirt. Am Wahlabend trug sie zudem Nagellack, auf dem gefälschten Bild nicht.

Issa Remmo wurde von einem Reporter der «Berliner Morgenpost» auf einer anderen Wahlparty der Linken in Neukölln fotografiert. Seine Kleidung ähnelt zwar der auf dem manipulierten Bild, doch die Beleuchtung und der Raum sehen anders aus.

Später soll er noch zu einer Wahlparty nach Kreuzberg gefahren sein, berichtet die «Bild». Doch auch dort kann das angebliche gemeinsame Bild nicht entstanden sein, denn darauf ist im Hintergrund «Ballhaus Neukölln» zu lesen.

KI-Tool erkennt Spuren

Das Foto im «Bild»-Artikel zeigt Remmo mit demselben Gesichtsausdruck wie das gefälschte Bild. Aller Wahrscheinlichkeit nach wurde die Szene mit Künstlicher Intelligenz erstellt. Das legt etwa ein Prüfwerkzeug des Unternehmens OpenAI nahe.

Laut diesem wurde das Bild «mit Hilfe von OpenAI-Tools generiert». Erkannt wird ein sogenanntes SynthID-Wasserzeichen. Mit solchen unsichtbaren digitalen Markierungen kennzeichnet OpenAI Inhalte, die aus KI-Anwendungen des Unternehmens stammen.

Auch in dem TikTok-Post mit dem Bild wird darauf hingewiesen, dass es sich um «KI-generierte Medien» handelt. Dazu wurden wahrscheinlich die Fotos von Eralp und Remmo genutzt.

Großfamilie in den Schlagzeilen

Die arabischstämmige Remmo-Großfamilie kam in den 80er-Jahren aus dem Libanon nach Berlin. Zu der Familie mit inzwischen mehreren Generationen sollen einige hundert Menschen gehören. Einige von ihnen ordnet die Polizei dem kriminellen Clanmilieu zu.

Vor allem junge Männer aus der Großfamilie wurden wegen zahlreicher Verbrechen und Gewalttaten als Verdächtige gefasst und verurteilt. Oft machten sie Schlagzeilen – etwa nach dem Diebstahl einer riesigen Goldmünze aus einem Berliner Museum.

Der Begriff Clankriminalität ist umstritten, weil er nach Ansicht von Kritikern Menschen mit Migrationshintergrund allein aufgrund ihrer Familienzugehörigkeit und Herkunft stigmatisiert und diskriminiert. Auch die Partei Die Linke lehnt die Bezeichnung weitgehend ab.

(Stand: 22.9.2026)

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Wahlen, Politik

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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