Dieses Video eines Vulkanausbruchs in Indonesien ist KI-generiert - Featured image

Dieses Video eines Vulkanausbruchs in Indonesien ist KI-generiert

Im September 2026 brach der indonesische Vulkan Anak Krakatau mehrfach aus und löste eine große Aschewolke aus. In sozialen Medien kursierte online dazu ein Video, das angeblich den Ausbruch zeigen soll. Allerdings wurde das Video mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt. Dies beweist die Analyse mit einem KI- Detektionstool und eine Erklärung des Video-Urhebers gegenüber AFP.

„Indonesien, Anak Krakatau“, so beginnt ein X-Post vom 13. September 2026. Der Nutzer teilte ein etwa zehn Sekunden langes Video, in dem zu sehen ist, wie angeblich der indonesische Vulkan namens Anak Krakatau ausbrechen würde. Mit einem großen Knall beginnt der Ausbruch, Lava schießt in die Höhe. Im Vordergrund des Videos sind Häuser, Autos und Menschen zu sehen, die vor der scheinbaren Naturkatastrophe weglaufen. Über 800 Menschen haben das Video auf X geliked.

Dasselbe Video teilten Userinnen und User auch auf den Plattformen  Facebook und Instagram. Es verbreitete sich zudem in verschiedensprachigen Posts wie  Hindi,  Slowakisch und Thailändisch.

X-Screenshot der Behauptung, Ai-Hinweis von AFP hinzugefügt: 15. September 2026

Sogar traditionelle Medien in Griechenland teilten das Video, das angeblich den Vulkan in Indonesien darstellen soll. Allerdings wurde das Video mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) generiert, wie Analysen von AFP ergaben.

Der indonesischeVulkan namens Anak Krakatau, der in der Meerenge zwischen den Inseln Java und Sumatra liegt, begann in der Nacht des 4. September 2026 auszubrechen. Er spuckte Aschewolken und Lava aus und verursachte dröhnenden Lärm, der bis zu 700 Kilometer weit zu hören war, wie die  Geologie-Behörde Medien mitteilte. Aufgrund des Ausbruchs wurden laut dem Verkehrsministerium hunderte Flüge gestrichen, weshalb am 6. September 2026 150.000 Passagiere an Flughäfen festsaßen. Medienberichten zufolge nahmen wenige Tage nach dem Ausbruch die Flughäfen allerdings wieder ihren Betrieb auf.

Visuelle Unstimmigkeiten weisen auf KI-Generierung hin

Mithilfe einer umgekehrten Videosuche fand AFP das Originalvideo, das ursprünglich am 7. September 2026 auf Facebook geteilt wurde. Im Originalbeitrag wurde das Video als KI-Inhalt gekennzeichnet. Auch in der  Profilbeschreibung des Accounts, der das Video erstmals postete  verbreitete, findet sich der Hinweis, dass die Inhalte des Accounts mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt werden:

Screenshot des Facebook-Profils, das das KI-generierte Video erstmals teilte: 15. September 2026

Der Urheber des Videos bestätige AFP am 12. September 2026, dass das Video „vollständig mit Künstlicher Intelligenz erstellt wurde und keinen tatsächlichen Vulkanausbruch zeigt“. Weiter erklärte der Facebook-Nutzer gegenüber AFP: „Ich komme aus Montreal in Kanada und habe das Video selbst erstellt.“

Der Nutzer erläuterte weiter: „In meinem ursprünglichen Beitrag war der Inhalt eindeutig als mit Künstlicher Intelligenz erstellt gekennzeichnet.“ Dass einige Nutzerinnen und Nutzer das Video für echt hielten, zeige, wie schnell sich die Technologie zur Erstellung von Videos entwickle, so der Urh eber. Es sei nie beabsichtigt gewesen, das Video als authentische Aufnahme darzustellen.

Facebook-Screenshot der Behauptung, Ai-Hinweis von AFP hinzugefügt: 23. September 2026

Eine genauere Analyse des Videos zeigt zudem, dass es über mehrere visuelle Unstimmigkeiten verfügt, die typisch dafür sind, dass das Video mithilfe von KI erstellt wurde.

Beispielsweise sind zu Beginn des Videos fünf Personen in der Nähe von Autos an einer Straße in einem städtischen Gebiet zu sehen, während im Hintergrund der Vulkan scheinbar ausbricht. Eine der Personen – ein Mann mit einem grauen Oberteil, der in der Analyse mit der roten Nummer 1 markiert wurde – verschwindet etwa in der sechsten Sekunde des Videos. Auch die Hände der anderen Personen, die scheinbar vom Ort des Geschehens weglaufen, erscheinen im Videomaterial verzerrt.

Screenshots einzelner Standbilder aus dem Video, die für KI-generierte Inhalte typische visuelle Unstimmigkeiten zeigen, Ai-Hinweis und rote Zahlen von AFP hinzugefügt: 12. September 2026

Zudem ergab eine Analyse mit dem KI-Erkennungstool Hive Moderation, dass das Video zu 99,9 Prozent mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt wurd e:

Screenshot des Analyseergebnisses von Hive Moderation, Ai-Hinweis von AFP hinzugefügt: 23. September 2026

Tatsächliches Videomaterial des Vulkanausbruchs online abrufbar

Mithilfe einer Stichwortsuche konnte AFP auf Instagram Filmmaterial ausfindig machen, das den tatsächlichen  Ausbruch von Anak Krakatau im September 2026 zeigt.

Destinasi Ocy, die Betreiberin eines Instagram-Accounts, erklärte AFP am 9. September, sie habe den Ausbruch am 4. September von einem Fischerboot in der Nähe des Vulkans aus aufgenommen. Der Vulkan befinde sich mitten im Meer, sagte sie, und „der Ausbruch ist vom Land aus nicht sichtbar“.

Screenshots der auf Instagram geteilten Videos des tatsächlichen Ausbruchs des Vulkans Anak Krakatau im September: 12. September 2026

Die in Jakarta ansässige Content-Erstellerin dokumentiert nach eigenen Angaben Fischereitätigkeiten in verschiedenen Teilen Indonesiens. Sie berichtete, dass sie gemeinsam mit zwölf weiteren Personen in der Nähe des Krakatau fischte, als starker Seegang sie dazu zwang, in der Nähe des Vulkans Schutz zu suchen. Gegen 23 Uhr hätte sie laute Donnerschläge geh ört, wä hrend der Vulkan ausbrach.

„Als Auswurfsmaterial durch den Ausbruch auf unser Boot zu fallen begann, hatte die Sicherheit für uns oberste Priorität“, erklärte sie. Die Gruppe habe daraufhin unverzüglich ihre Ausrüstung zusammengepackt und das Gebiet verlassen.

Im Gegensatz zu dem, was im KI-Video zu sehen ist, liegt das Gebiet des Vulkans auf einer unbewohnten Insel zwischen den indonesischen Inseln Sumatra und Java. Die nächstgelegenen bewohnten Gebiete befinden sich in Lampung, Sumatra und Banten. Das KI-generierte Video vermittelt hingegen den Eindruck, dass sich Häuser unmittelbar neben dem ausbrechenden Vulkan befinden. Diese Darstellung widerspricht der tatsächlichen geografischen Lage des Vulkans.

Google-Maps-Screenshot des Gebiets des Vulkans, rote und gelbe Markierungen von AFP hinzugefügt: 12. September 2026

Faktenchecks zu kursierenden KI-generierten Bildern und Videos finden Sie auf der Website von AFP.

Fazit: Online kursierte ein Video, das angeblich den Ausbruch des indonesischen Vulkans Anak Krakatau darstellen soll. Allerdings wurde das Video mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt, wie Aussagen des Urhebers sowie eine Analyse mit einem KI-Verifikationstool bestätigen.

Fact Checker Logo

Künstliche Intelligenz, Katastrophen

Autor(en): Devesh MISHRA / Judith KANTNER / AFP Indien / AFP Deutschland

Ursprünglich hier veröffentlicht.

Nach oben scrollen