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EU-Text nennt «menstruierende Bevölkerung» neben «Frauen»

Will die EU unsere Sprache nachhaltig verändern und gängige Begriffe verbieten? Das wird in Sozialen Netzwerken behauptet. In einem Beitrag bei X heißt es, das EU-Parlament schaffe die Bezeichnungen «Frauen» und «Mütter» ab und ersetze sie durch «menstruierende Individuen». Kann das sein?

Bewertung

Nein, das Europäische Parlament hat «Frauen» und «Mütter» nicht gestrichen. Die Behauptung bezieht sich offenbar auf Texte des Parlaments zur Menstruationsgesundheit. Darin werden neben dem Begriff «menstruierende Bevölkerung» ausdrücklich auch die Bezeichnungen «Frauen», «Mädchen» und «Mütter» verwendet.

Fakten

Eine Google-Suche nach der in der Behauptung verwendeten Bezeichnung «menstruierende Individuen» (Englisch: «menstruating individuals») läuft ins Leere. Weder auf Deutsch noch auf Englisch findet er sich auf der Webseite des Europäischen Parlaments.

Die Behauptung bezieht sich offenbar auf ein Dokument des Europäischen Parlaments vom 12. Februar 2026. Darin geht es unter anderem um Menstruationsarmut, also den fehlenden Zugang zu Menstruationsprodukten und geeigneten sanitären Einrichtungen.

In dem Text heißt es, Menstruationsarmut betreffe schätzungsweise zehn Prozent der «menstruierenden Bevölkerung». Im selben Zusammenhang wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass «Frauen und Mädchen» aus einkommensschwachen Verhältnissen überproportional stark den Folgen der Menstruationsarmut ausgesetzt seien. Die Sammelbezeichnung «menstruierende Bevölkerung» wird damit nicht an die Stelle von «Frauen und Mädchen» gesetzt, sondern beschreibt die Gruppe der Menschen, die menstruieren.

Texte der EU nennen «Frauen», «Mädchen» und «Mütter»

Auch in einem weiteren Dokument des Europäischen Parlaments vom 16. September 2026 werden beide Begriffe zusammen verwendet. Dort ist von schätzungsweise zehn Prozent der «menstruierenden Frauen» die Rede.

In demselben Dokument kommen außerdem ausdrücklich «Mütter» vor. So heißt es, zwölf Prozent der Mütter in der EU litten nach der Geburt an einer Wochenbettdepression. Das Parlament spricht zudem von der Gesundheit von Frauen und Mädchen und fordert, ihre besonderen gesundheitlichen Bedürfnisse zu berücksichtigen.

(Stand: 7.10.2026)

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Gesellschaft, EU

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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