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Fake vermischt Drohnen-Vorfälle in Leipzig und Bulgarien

Die Suche nach den Urhebern hinter der mit Sprengstoff beladenen Drohne am Flughafen Leipzig/Halle läuft weiter auf Hochtouren. In sozialen Medien wird aber schon wenige Tage nach dem Vorfall anhand eines gefälschten Artikel-Screenshots behauptet, die Drohne stamme aus der Ukraine.

Bewertung

Falsch. Zwei verschiedene Ereignisse in unterschiedlichen Ländern werden in dem manipulierten Screenshot zusammengeworfen: der Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle und ein Drohnenabsturz in Bulgarien.

Fakten

Der obere Teil des Sharepics («So knapp entkam Leipzig der Katastrophe») zeigt den Ausschnitt einer «bild.de»-Meldung vom 6. August 2026 inklusive Foto über die Ermittlungen am Flughafen Leipzig/Halle. Der untere Teil («Abgestürzte Drohne kam offenbar aus der Ukraine») wiederum stammt beinahe wortgleich aus einem Deutschlandfunk-Artikel vom 8. August über einen Vorfall in Bulgarien. Nach aktuellem Stand haben beide Ereignisse nichts miteinander zu tun.

Wie der Drohnen-Typ den Fake entlarvt

Am 8. August ist im Luftraum des Nato- und EU-Mitgliedstaates Bulgarien eine ukrainische Drohne eingedrungen und rund 100 Meter von der rumänischen Grenze entfernt explodiert. Dem bulgarischen Verteidigungsministerium zufolge hat es sich dabei um eine Drohne vom Typ «Maja» gehandelt, der von der Ukraine hergestellt wird.

Ein Verweis auf den Drohnen-Typ taucht auch in dem verbreiteten Social-Media-Post auf: «Es handle sich um eine sogenannte Lockdrohne vom Typ Maja, die von den ukrainischen Streitkräften häufig eingesetzt werde», heißt es in dem vermeintlichen Screenshot.

Im Gegensatz dazu ist bislang nicht öffentlich bekannt, um welche konkrete Art Drohne es sich genau bei dem Vorfall am sächsischen Flughafen handeln könnte. Nach Informationen der «Zeit» soll das nicht kommerzielle Produkt mit hoher Professionalität eigens hergestellt und offenbar aus weiter Ferne gesteuert worden sein.

Es kann also keinen Medienbericht geben, der eine Drohne vom Typ «Maja» am Leipziger Flughafen verortet.

Fall Leipzig: Drohnen-Herkunft bisher nicht bekannt

Am Flughafen Leipzig/Halle war in der Nacht zum 5. August in der Nähe ukrainischer Transportflugzeuge eine mit Sprengstoff und Zünder bestückte Drohne entdeckt und von einem Mitarbeiter gestoppt worden. Ein infolge der Sperrung kurz danach durchstartendes Flugzeug kollidierte mit einem unbekannten kleineren Flugobjekt, möglicherweise einer zweiten Drohne.

Bisher allerdings ist die Herkunft der Drohnen nicht offiziell bekannt. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) spricht von einem «hybriden» Angriff, will sich aber nicht an Spekulationen beteiligen. «Das können auch fremde Mächte sein», sagt er mit Bezug auf mögliche Urheber.

Das «Wall Street Journal» berichtet unter Berufung auf mit Geheimdienstberichten vertraute US-Beamte, dass die Drohne wahrscheinlich der russischen Regierung gehöre. Der US-Sender CNN zitiert einen US-Verteidigungsbeamten in Europa mit der Aussage, die USA seien zum Schluss gekommen, dass es eine Drohne von einem russischen Geheimdienst sei. Moskau weist die Vorwürfe zurück.

Fall Bulgarien: es wird nicht von Vorsatz ausgegangen

Vom bulgarischen Verteidigungsministeriums heißt es, es gebe keinen Grund anzunehmen, dass der dortige Vorfall mit der ukrainischen Drohne vorsätzlich gewesen sei. Verletzte und Sachschäden gab es keine.

Nach Angaben der ukrainischen Botschaft hat Kiew keine Drohnen absichtlich auf Bulgarien gelenkt. Mögliche Ursachen für das unbeabsichtigte Eindringen der ukrainischen Drohne in den Luftraum des EU-Landes könnten einem Experten des bulgarischen Verteidigungsindustrie-Verbandes zufolge Signalstörungen, Navigationsprobleme oder technische Defekte sein.

(Stand: 12.8.2026)

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Politik

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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