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Falsche Tonspur unter Video von Mark-Forster-Konzert gelegt

Der Sänger Mark Forster hat sich wiederholt gegen die AfD ausgesprochen – so auch bei seiner aktuellen Tour. Bei einem Konzert soll ihm deswegen aber Kritik entgegengeschlagen sein. «Mark Forster beschimpft die AFD und kriegt Buhrufe» steht über einem Video, das angeblich am 16. August aufgenommen wurde. Als Forster eine Geste gegen die AfD macht, reagiert das Publikum laut der Tonspur mit Buhen und Pfiffen sowie «Hau ab» und «Verpiss‘ dich»-Rufen.

Bewertung

Fälschung. Im Originalvideo, das schon mehrere Wochen alt ist, reagiert das Publikum auf Forsters Kritik an der AfD mit Jubel und Zustimmung. Die echte Tonspur wurde jedoch entfernt und durch eine andere mit Buhrufen ersetzt.

Fakten

Das Video wurde auf mehrere Arten bearbeitet: Zum einen ist die Aufnahme spiegelverkehrt. Das zeigt ein Vergleich mit dem Original, das sich über eine Bilderrückwärtssuche mit einem Screenshot finden lässt. Klar wird dadurch auch, dass das Video bei einem Open-Air-Auftritt von Mark Forster auf einer Bühne in Hannover entstanden ist, und zwar am 28. Juni 2026 – nicht am 16. August. Von dem Konzert gibt es weitere Fotos, die den Sänger in identischer Kleidung auf der identischen Bühne zeigen.

Die weitaus größere Manipulation in dem auf Social Media verbreiteten Video betrifft aber die Tonspur. Forster redet über eine Fingergeste, die man machen könne «gegen Unterdrückung, gegen Ungleichheit, gegen Menschenverachtung». Das Publikum reagiert jeweils mit Jubel. Direkt im Anschluss sagt er: «Den kann man hochhalten, wenn man an die AfD denkt». Nun kommen aber, glaubt man dem jüngsten Video, prompt sehr ablehnende Reaktionen: «Pfui», Buhrufe, Pfiffe, «Geh‘ nach Hause», «Hau ab» und «Verpiss‘ dich hier».

Forster rief zum Gespräch mit AfD-Sympathisanten auf

Aber im Originalvideo aus Hannover ist davon nichts zu hören. Nach weiterem Jubel sagt Forster über seine Fingergeste: «Wobei, liebe Kinder: Da kann man auch ausnahmsweise den anderen Finger benutzen».

Hintergrund: Forster hat auf seiner Tour eine kinderfreundliche Alternative zur Mittelfinger-Geste entwickelt: Er zeigt den Ringfinger und spricht vom «Forsti-Finger».

Bei seinen Auftritten – wie dem in Hannover – ergänzt Forster zur AfD aber: «Aber, damit wir uns nicht falsch verstehen: Den kann man gegen die AfD hochhalten. All die Menschen, die das Gefühl haben, dass sie keine Chance haben und dass sie mit dem Rücken zur Wand stehen, und deswegen darüber nachdenken, die AfD zu wählen, denen würde ich gerne das hier schicken.» Dann macht er mit beiden Händen eine Herz-Geste. «Und ich würde sagen, dass wir miteinander reden sollen, denn wir sind alle im selben Boot. Wir stecken alle gemeinsam in dieser Scheiße. Deswegen schicken wir denen das», sagt er.

TikTok-Account nutzt Tonspur für mehrere Fakes

Woher die falsche Tonspur mit den Buhrufen stammt, ist nicht genau bekannt. Sie ist aber in täuschender Absicht unter die Auftritte weiterer Künstler gelegt worden, etwa von der Band 01099 oder der Rapperin Ikkimel.

Der TikTok-Account, auf den die Fälschungen zurückgehen, nennt sich «AFD FanClub». Dort sind weitere Fakes veröffentlicht worden, etwa falsche Videos von vermeintlichen AfD-Demonstrationen. Mit den manipulierten Konzertvideos und Beitragstexten wie «von den eigenen Fans ausgebuht» sollen offenbar Künstler lächerlich gemacht werden, die sich gegen Rechtsextremismus und die AfD aussprechen.

(Stand: 17.8.2026)

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Politik, Gesellschaft

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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