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Pro-AfD-Video zweckentfremdet Bilder von Gegendemo

Nutzer können falsche Schlüsse aus Social-Media-Beiträgen ziehen, wenn die geteilten Aufnahmen nicht das zeigen, was behauptet wird. In einem Video, das auf Tiktok verbreitet wird, heißt es, dass am 31. August 2026 eine Demonstration «für die AfD und Uli Siegmund» mit 10.000 Personen in Magdeburg stattfand. Darin sind zwei Clips zusammengeschnitten, die jeweils Menschenansammlungen zeigt.

Bewertung

Der zweite Teil des Beitrags zeigt eine Gegendemonstration, die einige Tage zuvor in Magdeburg veranstaltet wurde. Laut Polizeiangaben gab es am 31. August keine Versammlung in der behaupteten Größenordnung in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt.

Fakten

Eine Bilderrückwärtssuche des zweiten Kurzvideos führt zu einem Instagram-Beitrag vom 29. August. Dort wird die Aufnahme im Kontext einer Demonstration «gegen eine AfD-Regierung» geteilt.

Medien berichten über eine Demonstration in Magdeburg von Gegnerinnen und Gegnern des Bundeskongresses der AfD-Nachwuchsorganisation Generation Deutschland an dem Tag. Der zweite Teil des Clips zeigt also keine Demonstration «für die AFD und Uli Siegmund», sondern so ziemlich das Gegenteil.

Eine Geolokalisierung zeigt, dass der erste Teil ebenfalls in Magdeburg aufgenommen wurde. Im Hintergrund ist der Campus Tower zu erkennen. Die Aufnahme ist auf Höhe der Haltestelle «AOK» aufgenommen worden.

Polizei: Keine größere Demo bekannt

Eine Sprecherin der Polizei Magdeburg erklärte der Deutschen Presse-Agentur (dpa) hierzu, es liegen «keine Erkenntnisse vor, dass es im Stadtgebiet Magdeburg am 31.08.2026 zu einer größeren Ansammlung von Menschen gekommen ist».

Die Polizei registrierte demnach an diesem Tag insgesamt fünf Versammlungen mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten. «Die Teilnehmerzahlen beliefen sich dabei von einem unteren einstelligen Bereich bis zu einem mittleren zweistelligen Bereich», so die Polizeisprecherin. Im ersten Teil des zusammengestückelten Videos lassen sich ein paar Dutzend Teilnehmer zählen.

Medienberichte zu einer behaupteten größeren Demonstration fehlen. Auch auf der Webseite des AfD-Landesverbands in Sachsen-Anhalt sind keine Informationen dazu zu finden.

Am Sonntag, den 6. September, wird in Sachsen-Anhalt ein neues Landesparlament gewählt. Die AfD könnte dort, Prognosen zufolge, mehr als 40 Prozent der Stimmen erhalten. Der AfD-Landesverband in Sachsen-Anhalt wird vom Verfassungsschutz als erwiesen rechtsextremistisch eingestuft.

(Stand: 03.09.2026)

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Politik, Gesellschaft

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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