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Ätna-Ausstoß entspricht einem Bruchteil der europäischen CO2-Einsparziele

Der Ätna auf Sizilien ist der aktivste Vulkan Europas und produziert auch im globalen Vergleich bedeutend viele Emissionen. In den vergangenen Tagen hat es einen erneuten Ausbruch gegeben. Auf Facebook behauptet eine Nutzerin am 3. August dazu: «Der ÄTNA hat in wenigen Tagen die Pläne Europas zerstört, den CO2-Ausstoß in 10 Jahren zu senken. Aber dein Auto bleibt weiterhin verschmutzend» (Schreibweise wie im Original).

Bewertung

Falsch. Der jährliche CO2-Ausstoß des Ätna liegt bei einem Bruchteil der CO2-Menge, die Europa über einen Zeitraum von zehn Jahren einsparen will. Einem Bericht zufolge war der CO2-Ausstoß des Ätna in den vergangenen Tagen trotz großer Rauchentwicklung durchschnittlich.

Fakten

Die Europäische Union soll bis 2050 klimaneutral werden. Dieses Ziel haben sich die Mitgliedstaaten im Kampf gegen die globale Erwärmung gesetzt und mit dem Europäischen Klimagesetz rechtlich verankert.

Als ein Zwischenziel auf dem Weg zu einer klimaneutralen EU sollen zudem die Netto-Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 gesenkt werden. Vulkanausbrüche ändern an diesen Zielsetzungen nichts.

Der Ätna auf der italienischen Insel Sizilien ist im August erneut ausgebrochen. Der Wochenbericht des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie vom 4. August 2026 verzeichnet in der vorangegangenen Woche ebenfalls sehr aktive Tage, allerdings ohne überdurchschnittlich hohe CO2-Emissionen.

Größenunterschiede sind gewaltig

Die EU-Staaten stießen laut Europäischem Parlament 2023 insgesamt 3,22 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente aus. Bis 2030 sollen sie laut der Europäischen Umweltagentur auf rund 2,1 Milliarden Tonnen reduziert werden. 2036, also in 10 Jahren, sollen die CO2-Emissionen der EU dann nur noch etwa 1,7 Milliarden Tonnen betragen.

Es sind also Einsparungen im Umfang von Milliarden Tonnen notwendig, um die EU-Ziele zu erreichen. Die CO2-Emissionen des Ätna hingegen belaufen sich Angaben der Universität zu Köln von 2022 zufolge auf etwa 9000 Tonnen pro Tag. Das ist auch im internationalen Vergleich von Vulkanen sehr viel und macht demnach rund «10 Prozent des aktuell weltweiten vulkanischen CO2-Ausstoßes» aus.

Die Größenordnungen von mehreren Milliarden und einigen Tausend Tonnen sind aber völlig unterschiedlich. Irreführende Vergleiche von vulkanischer Aktivität und der von Menschen verursachten Verbrennung von Kohle, Öl und Gas werden in den sozialen Netzwerken immer wieder angestellt.

(Stand: 13.8.2026)

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Klimawandel

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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