Bewertung
Die Darstellung ist irreführend. Der menschengemachte Klimawandel wird durch die Ergebnisse der verlinkten Artikel nicht widerlegt.
Fakten
Im ersten im Post verlinkten Papier wurde untersucht, ob Veränderungen beim CO2 vor Temperaturveränderungen entstehen oder ihnen folgen.
Dafür haben die Forschenden Daten aus den Jahren 1 bis 1850 zu Temperatur, CO2 und Sonnenaktivität miteinander verglichen. Für den genannten Zeitraum kommt die Studie zum Ergebnis, dass ein CO2-Anstieg im Schnitt ungefähr 150 Jahre nach dem Anstieg der Temperatur folgte.
Wärmere Meere können weniger CO2 aufnehmen
Das liegt demnach auch daran, dass die Natur CO2 bei höheren Temperaturen schlechter binden kann. Das ist zum Beispiel bei Ozeanen der Fall: Wenn sie sich erwärmen, können sie weniger CO2 aufnehmen und geben deswegen mehr an die Atmosphäre ab.
Im Post zieht der User aus diesem Ergebnis, dass Temperaturanstiege über Rückkopplungseffekte – sogenannte «Feedback-Loops» – mehr CO2 freigesetzt haben, die falsche Schlussfolgerung, dass CO2 umgekehrt angeblich keine Erwärmung verursachen kann. Das folgt aus der Studie aber gar nicht.
CO2 kann sowohl als verstärkende Rückkopplung wirken als auch als primärer Treiber. Einfach gesagt heißt das: Wenn die Temperatur durch einen anderen Grund steigt, wie zum Beispiel durch die Sonneneinstrahlung, geben Ozeane mehr CO2 ab. Dieses zusätzliche CO2 verstärkt dann den Treibhauseffekt und treibt die Temperatur weiter nach oben.
Vorindustrielle Zeit betrachtet
In der Studie wurde mit den Jahren 1 bis 1850 außerdem ein Zeitraum untersucht, der vor der intensiven Nutzung von Kohle, Öl und Gas liegt. Damit sagt er wenig über die Ursachen der heute stattfindenden Erderwärmung aus. Das zeigt auch ein Blick auf die Zahlen.
Ähnlich sieht es bei der zweiten verlinkten Studie aus. Eigentlich zeigt das Ergebnis, wie schnell CO2 zwischen der Atmosphäre, den Ozeanen und dem Land ausgetauscht wird. Im Schnitt ist hier die Rede von einer Verweilzeit von ungefähr vier Jahren, was in der Studie noch einmal bestätigt wird. Das heißt, dass CO2 ständig aus der Luft absorbiert und wieder an sie abgegeben wird.
CO2-Gehalt gestiegen
Das bedeutet aber nicht, dass die CO2-Menge in der Atmosphäre nicht steigen kann. Die Natur nimmt zwar ständig CO2 auf und gibt es wieder ab. Doch durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe gelangt zusätzlich CO2 in die Atmosphäre, das die Natur nicht mehr vollständig kompensieren kann. Deswegen steigt die Konzentration von atmosphärischem CO2 vor allem seit Beginn der Industrialisierung deutlich und schnell an, wie beispielsweise ein Bericht des Weltklimarats IPCC erklärt. Der Einfluss der Menschheit auf den Klimawandel ist in der Forschung inzwischen weitreichend belegt. Das zeigt etwa eine Analyse von über 88.000 Klimastudien seit dem Jahr 2012.
(Stand: 3.9.2026)
