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Tötungsdelikt aus dem Jahr 2019 wird in Video als aktuell dargestellt

«Vater tötet seine beiden Kinder»: Um ein vermeintlich aktuelles Tötungsdelikt geht es in einem Video, das Nutzer in den sozialen Netzwerken verbreiten. In Bielefeld soll ein Mann seine ein und zwei Jahre alten Kinder getötet haben. Der 41-Jährige selbst soll schwer verletzt aufgefunden worden sein. Daneben steht die Datumsangabe 10. Juli 2026. Was ist geschehen?

Bewertung

Falschinformation: Der Fall ist nicht aktuell, sondern mehr als sieben Jahre alt. Die zur Illustration verwendeten Videos zeigen ganz andere Polizeieinsätze.

Fakten

Eine Suche mit den Angaben aus dem Video – eine Tat in Bielefeld, ein 41 Jahre alter Tatverdächtiger, die Opfer im Alter von ein und zwei Jahren – führt zu Berichten von seriösen Medien. Allerdings sind sie schon über sieben Jahre alt.

Zu der Tat kam es im März 2019, wie etwa das Bielefelder «Westfalen-Blatt» berichtete. Der Vater habe demnach in der Wohnung der Mutter die gemeinsamen Kinder getötet und sich selbst verletzt. Er wählte zwar noch den Notruf, starb dann aber im Krankenhaus. Die Mutter, über die es in dem Social-Media-Video heißt, dass sie während der Tat «nicht zu Hause war», lebte den Medienberichten zufolge getrennt von dem 41-Jährigen.

Um einen Fall aus dem Juli 2026 handelt es sich also nicht. Online-Suchen zeigen keine Berichte über ein aktuelles derartiges Verbrechen in Bielefeld. Das Social-Media-Video verwendet zwar Informationen zu dem Fall aus dem Jahr 2019, erweckt aber durch Auslassungen und die Datumsangabe den falschen Eindruck, es sei dort erst vor Kurzem zu der Tat gekommen.

Auch die zur Illustration verwendeten Videos und Bilder von Polizeieinsätzen haben keinen erkennbaren Bezug zu der damaligen Tat. Authentische Videos vom Tatort, die die «Neue Osnabrücker Zeitung» damals veröffentlichte, zeigen eine ganz andere Straßenszene und ein anderes Haus. In einigen der für das Social-Media-Video verwendeten Clips und Bilder sind Polizeifahrzeuge aus anderen Städten zu sehen, nämlich Hagen und Göttingen. Ein anderes Foto zeigt eine Straßenszene in Hamburg.

Hinweis

Haben Sie suizidale Gedanken oder haben Sie diese bei einem Angehörigen/Bekannten festgestellt? Hilfe bietet die Telefonseelsorge: Anonyme Beratung erhält man rund um die Uhr unter den kostenlosen Nummern 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222. Auch eine Beratung über das Internet ist möglich unter http://www.telefonseelsorge.de.

(Stand: 27.7.2026)

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Gesellschaft

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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