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Video mit Sven Schulze irreführend geschnitten

Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Sven Schulze (CDU), hat wenige Wochen vor der Landtagswahl in einem Interview im MDR seine politische Agenda erklärt. Nun wird bei Facebook ein Video verbreitet, welches Ausschnitte der Sendung zeigt. Aber gibt es den authentischen Ablauf der Aufzeichnung wieder?

Bewertung

Das Video zeigt nicht den echten Hergang des Interviews. Die Fragen und Antworten sind in falscher Reihenfolge zusammengeschnitten.

Fakten

Sven Schulze war am 10. August 2026 zu Gast in der Sendung «Die Kandidaten – Das MDR-Interview» und stellte sich dort den Fragen einer Journalistin zur anstehenden Landtagswahl. Aus Sequenzen dieses Interviews wurde das 57-sekündige Facebook-Video erstellt.

Auffällig sind markante Schnitte zu Beginn der Antworten von Schulze, beispielsweise bei Sekunde 0:17 und 0:33. Sie sind ein Hinweis für eine nachträgliche Bearbeitung. Vergleicht man das Facebook-Video mit der vollständigen Version des Interviews in der MDR-Mediathek sieht man, dass zum Teil irreführend geschnitten wurde.

Antworten aus dem Kontext gerissen

Das Facebook-Video stellt Schulzes Aussagen in einen falschen Zusammenhang. So folgt beispielsweise auf die Frage «Sie versprechen, Zitat „konsequent abschieben“. Warum erst jetzt?» (6:03 im Original) die Antwort auf eine andere Frage (8:10 im Original): «Schauen wir mal auf nach der Wahl. Dann könnte es für Sie richtig kompliziert werden zwischen zwei Brandmauern. Welche reißen Sie eher ein? Die zur Linken oder die zur AfD?». Schulze antwortete: «Auch da eine ganz klare Aussage: Jetzt geht es darum, möglichst viele Wählerinnen und Wähler zu erreichen.»

Die Frage: «Sie wollen Sachsen-Anhalt stärker machen. Sie sagen „Die Wirtschaft brauche vor allem weniger Regeln, schnellere Ämter“. Warum erst jetzt? Die CDU ist seit 24 Jahren an der Regierung in diesem Land. Sie hatten genug Zeit.» (4:51 im Original) wird im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Entwicklung Sachsen-Anhalts gestellt.

Das Facebook-Video erweckt hingegen den Eindruck diese Frage würde ebenfalls zum Thema Migration gestellt. Schulzes folgende Antwort: «Jetzt geht’s um innere Sicherheit, jetzt geht’s um Bildungspolitik. Und bei diesen Themen bin ich überzeugt, haben wir sehr sehr gute Argumente auch für die nächsten Jahre.» ist hingegen dem Beginn des Interviews entnommen (1:15 im Original).

Die letzte Frage der Journalistin wurde in dieser Form nicht von ihr formuliert. Den ersten Teil sagt sie in Verbindung mit den Umfragewerten der CDU im Vergleich zur AfD und fordert von Schulze eine Reaktion darauf (1:24 im Original). Der scheinbar darauffolgende Satz «Sie haben angesichts schlechter Umfragewerte schlicht kalte Füße gekriegt» ist hingegen ein Einschub der Moderatorin zur geplanten Rentenreform (4:10 im Original).

(Stand: 24.8.2026)

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Wahlen, Politik

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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