Bewertung
Weder auf der Bühne noch im Publikum wurde zu diesem Zeitpunkt «Free Palestine» gerufen, wie andere Mitschnitte beweisen.
Fakten
Das Video entstand auf der Wahlparty der Linken am 20. September im Festsaal Kreuzberg. Es gibt mehrere Videoaufnahmen der Veranstaltung, die die Szene aus anderen Perspektiven zeigen. Darauf ist nicht zu hören, dass an der Stelle «Free Palestine» gerufen wird. In einigen Aufnahmen hört man Eralp sagen: «Und zu allerletzt möchte ich meinen beiden wundervollen Vorsitzenden Kerstin und Max danken.»
Eralp rief also zu diesem Zeitpunkt nichts zu Pälastina. Und auch aus dem Publikum ist nichts derartiges zu hören, wie ein Video zeigt, das aus einer ähnlichen Perspektive aufgenommen wurde wie das mit dem «Free Palestine»-Ruf. Auch auf Videomaterial der dpa ist an dieser Stelle kein entsprechender Ruf zu hören. Er wurde offensichtlich nachträglich in ein einzelnes Video eingefügt.
Die Linke und Palästina
Der Sieg der Linkspartei bei der Wahl des Abgeordnetenhauses entfacht die Debatte über Judenhass in Deutschland neu. Der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, wirft der Partei «völlig enthemmten Antisemitismus» vor.
Die Parteiführung der Linken verwahrt sich gegen die Vorwürfe und bekennt sich zum Schutz jüdischen Lebens. Die gültige Parteilinie zum Nahost-Konflikt ist ein Beschluss des Bundesparteitags 2026. Darin steht ein Bekenntnis zum Existenzrecht des Staates Israel. «Als Schutzraum für Jüdinnen und Juden kommt dem Staat Israel dabei eine besondere historische und gegenwärtige Bedeutung zu.» Zugleich heißt es: «Ebenso stehen wir zum Existenzrecht Palästinas und für gleiche Rechte aller Menschen in Palästina.»
(Stand: 24.9.2026)
