Bewertung
Die Behauptung ist falsch. Das Video zeigt keinen Unterricht an einer öffentlichen Schule in Deutschland. Es wurde im Hof einer bayerischen Moschee gedreht und zeigt muslimische Kinder beim freiwilligem Religionsunterricht.
Fakten
Das Video wurde auf dem Gelände der islamischen Gemeinde im bayerischen Penzberg aufgenommen. Das Mauerwerk und das Fenster stimmen mit Aufnahmen bei Google Maps überein.
Die Jugend der Penzberger Moschee veröffentlichte eine Stellungnahme bei Instagram. Darin heißt es, es werde «wahrheitswidrig behauptet, unsere Bildungsveranstaltungen fänden an deutschen Schulen statt.» Diese Behauptungen seien falsch. «Die betreffende Veranstaltung fand ausschließlich in den Räumlichkeiten unserer Moschee statt und richtete sich ausschließlich an muslimische Kinder.»
Staatsanwaltschaft bestätigt Prüfung
Solche bewusst verbreiteten Falschdarstellungen verunsicherten Menschen, förderten Vorurteile, Hass und Hetze, heißt es weiter. Die islamische Gemeinde habe deshalb in diesem Zusammenhang Screenshots und Kommentare mit Falschbehauptungen aus sozialen Medien an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Die Kleinstadt Penzberg liegt rund 50 Kilometer südlich von München.
Den Eingang bestätigte der Münchner Oberstaatsanwalt Michael Meyer der Deutschen Presse-Agentur. Der Vorgang werde geprüft, sagte er. Ein förmliches Ermittlungsverfahren sei bislang nicht eingeleitet worden.
Freiwillig Arabisch lernen in der Schule
Arabisch gehört neben Englisch, Mandarin-Chinesisch, Hindi, Spanisch und Französisch zu den meistgesprochenen Sprachen der Welt. In zahlreichen großen deutschen Städten gibt es an öffentlichen Schulen das Zusatzangebot, Arabisch zu lernen. In Hamburg hat der Unterricht zum Beispiel das Ziel, dass Kinder und Jugendliche nach Deutsch auch ihre Herkunftssprache korrekt erlernen können. Hamburgs Schulen bieten insgesamt Wahl-Unterricht in zwölf Herkunftssprachen an, darunter auch Türkisch, Farsi/Dari, Polnisch, Russisch und Ukrainisch. Auch in Berlin gibt es an mehr als 30 Schulen die Option, Arabisch als Fach zu belegen.
Bildungsministerien, zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen, stellen dabei klar, dass Deutsch in Schulen als Haupt- und Prüfungssprache strikt an erster Stelle steht. Gerüchte um Klausuren auf Arabisch, Türkisch und Ukrainisch basieren ebenfalls auf Falschmeldungen.
(Stand: 29.7.2026)
