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Video zeigt nicht aktuelle Schülerproteste in Frankreich

Seit Ende September protestieren Schülerinnen und Schüler an Frankreichs Gymnasien für bessere Lernbedingungen. Die Proteste haben erhebliche Ausmaße angenommen und sind teilweise eskaliert.

Ein Beitrag in den sozialen Medien behauptet: «Was wir gerade in Frankreich sehen, sind keine Schülerproteste. Es scheint eher der Beginn eines Bürgerkriegs zu sein! Genau das steht uns auch in Deutschland bevor!» Aber zeigen die Aufnahmen aus dem Beitrag tatsächlich die aktuelle Situation in Frankreich?

Bewertung

Das Video ist alt und wurde bereits mehrfach im falschen Kontext verbreitet. Die Aufnahmen stammen aus dem Jahr 2022 und zeigen Ausschreitungen in Paris, die einen ganz anderen Hintergrund haben.

Fakten

Über eine Bilderrückwärtssuche lässt sich feststellen, dass die Szenen im Video Paris im Dezember 2022 zeigen.

Einen Tag vor den gefilmten Szenen wurden bei einem Angriff auf ein kurdisches Kulturzentrum drei Menschen getötet und weitere verletzt. Der Täter handelte nach eigenen Angaben aus einem rassistischen Motiv.

Am darauffolgenden Tag schlug eine Demonstration der kurdischen Gemeinschaft in Gewalt um. Es kam zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, die laut Medienberichten Tränengas einsetzte.

Ein Pressefoto zeigt das weiße Auto, das später in Brand gesetzt wurde und im ersten Teil des Videos zu sehen ist. Der Aufnahmeort ist der Place Pasdeloup im 11. Arrondissement von Paris. Der zweite Teil des Videos, in dem eine zerstörte Bushaltestelle zu sehen ist, wurde wenige Meter vom Platz entfernt aufgenommen.

Aktuelle Schülerproteste in Frankreich

Auch wenn das Video aus dem Beitrag nicht die aktuelle Situation in Frankreich zeigt, ist es laut Medienberichten zutreffend, dass die Stimmung im Land angespannt ist.

Bei den aktuellen Schülerprotesten geht es unter anderem um marode Schulgebäude, überfüllte Klassen und einen Mangel an Lehrkräften. Ein zentrales Thema ist das Gefühl sozialer Ungerechtigkeit, da sich vor allem Schüler in ärmeren Gegenden vom Bildungssystem abgehängt fühlen. Am 6. Oktober schlossen sich Bildungsgewerkschaften, Lehrkräfte und Eltern dem Protest an.

Seit Beginn der Proteste wurden laut Justizministerium insgesamt 5.060 Menschen festgenommen, 87 Prozent seien minderjährig gewesen. Regierungsangaben zufolge wurden mehr als 300 Polizisten und Gendarmen verletzt, zudem 65 Beschäftigte des Bildungswesens, darunter 40 Schulleiterinnen und Schulleiter, sowie 170 Schülerinnen und Schüler. Videos zeigen brennende Fahrzeuge, Mülltonnen und auch Schulgebäude. Die Sachschäden belaufen sich auf mehrere Millionen Euro. Amnesty International beklagte einen unverhältnismäßigen Polizeieinsatz gegen die Schülerinnen und Schülern.

Das Video ist in diesem Jahr bereits mehrfach in falschen Zusammenhängen verbreitet worden, wie Faktenchecks der Deutschen Presse-Agentur zeigen (hier und hier).

(Stand: 7.10.2026)

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Politik, Gesellschaft

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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