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Weihrauch ist ein Nahrungsergänzungsmittel, kein Medikament

Im Netz stößt man auf die Behauptung, Weihrauch-Öl würde Krebszellen töten und das Immunsystem stärken. Der Post behauptet außerdem, dass in einer Studie bei 60 % der Patienten die Schwellungen um 75 % zurückgingen.

Was sagt die Forschung zum Einsatz von Weihrauch in der Krebstherapie?

Bewertung

Es gibt keine klinischen Studien zur alleinigen Behandlung von Krebstumoren mit Weihrauch oder Weihrauch-Öl.

Fakten

Weihrauch ist das gehärtete Harz des Boswellia-Baumes. Darin befindet sich der Wirkstoff: die Boswelliasäuren. Aus Weihrauch können Kapseln, Öle und Cremes hergestellt werden. Diese sind als frei verkäufliche Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. Ein zugelassenes Medikament mit dem Wirkstoff gibt es in der Europäischen Union hingegen nicht.

Tatsächlich existiert eine vorklinische Studie aus dem Jahr 2013 der Universität Leicester, die zeigt, dass eine Komponente der Boswelliasäure Eierstockkrebszellen unter Laborbedingungen abtöten kann. In vorklinischen Studien wird die Wirksamkeit einer Substanz an Zellkulturen und in Tierversuchen erforscht.

Ein in den Kommentaren des Posts verlinkter Text behauptet fälschlicherweise, dass sich die Wirkung auch bei Patientinnen mit «fortgeschrittenem Eierstockkrebs, nicht nur in sterilen Laborversuchen mit isolierten Zellen» zeigen würde. Eine klinische Studie mit Eierstockkrebspatientinnen erfolgte aber bislang nicht. Klinische Studien untersuchen die Wirksamkeit einer Substanz am Menschen. Aussagen wie «Weihrauch tötet Krebszellen» verkürzen den Studieninhalt und wecken deshalb falsche Hoffnungen.

Weihrauch verkleinert Tumore nicht

Beim Lesen des Posts erweckt diser den Eindruck «bei 60 % der Patienten» würden Tumorschwellungen «um 75 %» zurückgehen. Schaut man in den verlinkten Artikel, wird klar: Der Rückgang um 75 Prozent bezieht sich auf therapiebedingte Gehirnödeme, welche auf Grund der Bestrahlung entstehen können.

Der Post reißt die Ergebnisse einer Studie aus dem Jahr 2011 aus dem Zusammenhang und gibt sie damit unvollständig wieder. Die Studie liefert nur erste Hinweise, dass die Schwellung von therapiebedingten Gehirnödemen durch Boswelliapräparate zurückgehen könnte. Die Forscher der Studie verweisen darauf, dass es weiterer Studien und Untersuchungen bedarf.

(Stand: 14.8.2026)

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Verbraucher, Gesundheit

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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