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Zitat zur Inneren Sicherheit völlig verfälscht

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wirft ihre Schatten voraus. Der streckenweise heftige Schlagabtausch der Spitzenkandidaten im MDR zehn Tage vor der Wahl am 6. September setzt sich in sozialen Netzwerken fort. «Die Weihnachtsmärkte, die Bürgerfeste in Deutschland und das Oktoberfest müssen vor rechtsextremen Sprengstoffanschlägen geschützt werden», soll die Grünen-Kandidatin Susan Sziborra-Seidlitz manchen Posts zufolge in der Debatte gesagt haben. Es lohnt sich, diese angebliche Aussage mit ihren tatsächlichen Worten in der Sendung zu vergleichen.

Bewertung

Das angebliche Zitat ist falsch. Die Spitzenkandidatin der Grünen hat diesen Satz nicht gesagt. Sie sprach in der Sendung von einem Problem der Inneren Sicherheit und nannte als Beispiel das Münchner Oktoberfest, das nach einem rechtsextremistischen Anschlag schon seit Jahrzehnten besonders geschützt werde.

Fakten

Sziborra-Seidlitz sagte in der MDR-Sendung zum Thema Sicherheit bei öffentlichen Veranstaltungen wörtlich (ab Minute 19:48): «Das ist eine Frage von Innerer Sicherheit und nicht eine Frage von Migration. (…) Natürlich haben wir das Problem. Aber das Problem ist ein Problem der Inneren Sicherheit und nicht der Migration. Wir haben zum Beispiel beim Oktoberfest in München seit Jahrzehnten solche Sicherheitsmaßnahmen wegen eines rechtsextremen Anschlages.»

Das Wort «Weihnachtsmärkte» etwa kommt im Redebeitrag der Grünen-Politikerin zu keinem Zeitpunkt vor. Das angebliche Zitat ist aus verschiedenen Elementen ihrer Antwort und Beiträgen anderer Debattenteilnehmer zusammengesetzt. Es ist damit nicht authentisch.

Anschlag auf das Oktoberfest 1980

Die Explosion einer Bombe hatte im Jahr 1980 auf dem Oktoberfest 13 Menschen in den Tod gerissen und mehr als 200 verletzt. Die Ermittlungen ergaben einen rechtsextremen Hintergrund des Attentats, das als blutigster Terroranschlag in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland gilt. Überlebende spürten noch Jahrzehnte später die Folgen.

Die Sicherheitsmaßnahmen, die im Jahr nach dem Anschlag ergriffen wurden, nehmen sich aus heutiger Sicht gering aus: Zunächst wurden alle Mülleimer entfernt, weil die Bombe in einem Abfallbehälter explodiert war. Die Besucherzahlen stiegen in den Folgejahren und die Maßnahmen wurden auch in Erinnerung an das Attentat von 1980 stetig verschärft. «Damit solche Tragödien sich niemals wiederholen», setze man sich für die «Sicherheit unserer Feste» ein, betonte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) noch im Jahr 2025.

(Stand 27.8.2026)

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Wahlen, Politik, Gesellschaft

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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