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Zusammenhang von Hitze und Waldbränden – was wirklich stimmt

Extreme Hitze, Trockenheit und große Waldbrände prägten den Sommer 2026 in Westeuropa. In einigen Social-Media-Posts wird ein Zusammenhang zwischen den wochenlang hohen Lufttemperaturen von teils mehr als 40 Grad Celsius und einer erhöhten Waldbrandgefahr ausgeschlossen. Es heißt etwa, Holz entzünde sich erst bei etwa 280 Grad Celsius. «Wenn etwas brennt, dann wurde es angezündet!» Sind die verheerenden Waldbrände also alle nur menschengemacht und ohne Einfluss des Klimas?

Bewertung

Menschen sind für einen großen Teil der Zündquellen von Waldbränden verantwortlich. Daraus folgt aber nicht, dass jeder Brand absichtlich gelegt wird oder der Klimawandel keine Rolle spielt. Hitze und Trockenheit können die Voraussetzungen für Waldbrände begünstigen.

Fakten

Häufig entzünden sich bei Waldbränden zunächst trockene Gräser, Nadeln, Blätter oder Moos am Waldboden – nicht gleich ein dicker Baumstamm. Wie leicht das Material Feuer fange, hänge vor allem davon ab, wie feucht es sei, erklärt der Waldbau-Experte Harald Vacik von der Universität für Bodenkultur Wien auf dpa-Anfrage.

«Das am Boden liegende Feinmaterial im Wald muss sich zuerst entzünden, und kann dann in weiterer Folge, wenn genug Brennstoff vorhanden ist und die Temperatur und Verweildauer des Feuers ausreicht, auch stärkeres Holz und Stämme entzünden, welche dann auch länger und intensiver brennen können», sagt Vacik. In den meisten Fällen seien solche Brände auf den Menschen zurückzuführen.

Wie sich ein Feuer ausbreitet, hängt dem Wissenschaftler zufolge auch von Wind und Gelände ab. Der Zustand der Pflanzen beeinflusst, wie intensiv es brennt. Temperatur, Niederschlag und Wind wirken sich darauf aus, ob ein Waldbrand entstehen kann. Diese Bedingungen verändern sich infolge des Klimawandels zunehmend zugunsten von Waldbränden.

«Der Klimawandel zündet keine Wälder an, er legt das Brennmaterial bereit», sagt auch Alexander Lührig, Leiter der Allianz Agrarversicherung. «Und dann brennt es schneller und heißer.»

Wie Waldbrände ausgelöst werden

Zieht man nur die Waldbrände in Betracht, bei denen der Ursprung ermittelt werden konnte, haben 95 Prozent der Fälle in Deutschland menschliche Ursachen, wie Lührig unter Berufung auf Daten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung erläutert. Es sei «fast immer der Mensch: Zigaretten, Grillen, Lagerfeuer, Brandstiftung».

Auch Vacik sagt, dass die meisten Fälle auf den Menschen zurückzuführen seien: weggeworfene Zigaretten, außer Kontrolle geratene Lager- oder Brauchtumsfeuer, heiße Asche, Funkenflüge von Zügen, Silvesterraketen oder Brandstiftung.

Für die weit verbreitete Theorie, dass etwa Glasscherben einen Brand auslösen können, gibt es bislang keine wissenschaftlichen Beweise. Dies gilt als sehr unwahrscheinlich.

Was die Zündtemperatur von Holz aussagt

Je nach Dicke und Art des Holzes liegt dessen Zündtemperatur nach Vaciks Angaben zwischen 250 und 350 Grad Celsius. Wird dickeres Holz von einem Feuer erhitzt, verdampft zunächst das darin gebundene Wasser. Danach verbrennen zuerst brennbare Gase. Erst wenn die genannte Temperatur erreicht ist, fängt das Holz selbst Feuer. Bei großen Waldbränden mit Temperaturen von mehr als 400 Grad laufen diese Schritte rasch ineinander über und sind kaum voneinander zu trennen.

Der Klimawandel kann durch Hitze und Trockenheit die Bedingungen für Entstehung und Ausbreitung von Bränden begünstigen. Das heißt nicht, dass jeder Waldbrand durch den Klimawandel oder allein durch Hitze ausgelöst wird.

Je schneller Wälder brennen, desto intensiver brennen sie auch, wie eine US-Studie vom August 2026 anhand von Waldbränden in Kanada und den USA herausgefunden hat. Demnach nehmen mit einer sich erhöhenden Ausbreitungsgeschwindigkeit auch die Intensität der Feuer, der Anteil der stark verbrannten Fläche sowie die Entfernung zu überlebenden Samenbäumen zu.

(Stand: 30.9.2026)

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Wissenschaft, Umwelt

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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