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Video von Militärfahrzeugen in Polen ist nicht aktuell

Nach dem Eindringen russischer Drohnen in den polnischen Luftraum kursieren in sozialen Netzwerken zahlreiche Beiträge zu dem Vorfall. Einige Nutzer verbreiten derzeit die Nachricht, Polen verlege nun 40.000 Soldaten an seine Grenze zu Belarus und Russland. In dem Zusammenhang teilen Nutzer auch ein Video, es zeigt mehrere Militärfahrzeuge an einer Straße. Doch steht dieser Clip wirklich im Zusammenhang mit dem aktuellen Drohnenvorfall in Polen?

Bewertung

Hier fehlt Kontext: Das Video ist nicht aktuell. Es kursierte bereits im Netz, bevor in der Nacht zu Mittwoch russische Drohnen in den Luftraum Polens eingedrungen waren.

Fakten

Auf der Plattform X können Nutzer mit Community Notes Kontext zu Beiträgen hinzufügen. In einer solchen Anmerkung unter einem Beitrag mit dem Video weisen Nutzer darauf hin, dass der Clip bereits vor der aktuellen Eskalation im Internet kursierte.

Tatsächlich lassen sich mehrere Beiträge mit der Sequenz aus dem Mai und Juni 2024 finden. Diese Beiträge nehmen ebenfalls Bezug auf Polen beziehungsweise sprechen von «Kolonnen polnischer Panzer». Wann und wo das Video genau entstanden ist und was der Kontext ist, ließ sich nicht abschließend verifizieren.

Klar ist aber: Der Clip steht nicht in Zusammenhang mit dem Drohnenvorfall. Die Beziehungen Russlands zur EU und Nato sind stark angespannt, weil erst in dieser Woche über Polen mehrere russische Drohnen aufgetaucht und dann abgeschossen wurden. Polen und Litauen haben daraufhin den Luftraum geschlossen.

Großübung Sapad 2025 angelaufen

Belarus und Russland haben inmitten der Spannungen am Freitag ein gemeinsames Großmanöver begonnen. Schauplätze der Übung namens Sapad 2025 («Westen 2025») sind laut einer Mitteilung des russischen Verteidigungsministeriums Truppenübungsplätze in Belarus und Russland sowie die Ostsee und die Barentssee.

Die Nachricht über die Verlegung von 40.000 polnischen Soldaten an die Grenze zu Belarus basiert derweil auf polnischen Medienberichten. Demnach hat sich der stellvertretenden Verteidigungsminister Cezary Tomczyk in einer TV-Sendung zu dem Drohenvorfall und dem russisch-belarussischen Militärmanöver geäußert. In dem Zusammenhang sprach er laut einem Bericht des Senders unter anderem von 40.000 Soldaten, die sich in den nächsten Tagen an den Grenzen befänden.

(Stand: 12.9.2025)

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Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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