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Szenen aus unterschiedlichen Kontexten zusammengefügt

Videos mit Falschbehauptungen arbeiten häufig mit Emotionen. Gerade beim Thema Tierwohl ist der Spaß für viele Menschen schnell vorbei. Ein Clip auf Facebook will den «größten Betrug der Welt» enthüllt haben: Kartonagen würden billig aufgekauft, zu Brei verarbeitet und anschließend als teures Hundefutter verkauft.

Bewertung

Die im Clip erzählte Geschichte stützt sich auf irreführend zusammengeschnittene Bilder. Das Video enthält keinen belastbaren Hinweis darauf, dass Pappe in Hundefutter verwendet wird.

Fakten

Der kurze Clip besteht aus vielen aneinandergeschnittenen Sequenzen. Eine Bilderrückwärtssuche führt unter anderem zu einem TikTok-Account, dessen englische Info-Angaben auf eine chinesische Firma für Verarbeitungsanlagen für landwirtschaftliche und industrielle Anwendungen verweist. Die meisten Texte in den Videos sind allerdings indonesisch.

Mindestens eine Sequenz ist auch auf diesem Account zu finden: Zu sehen ist ein Fließband in einer Halle mit hohen Decken – Menschen stehen daneben und sortieren (ab 0:28 im Claim-Video). Die Szene zeigt laut Beschriftung im Video keine Herstellung von Hundefutter, sondern «Haushaltsabfälle».

Eine andere Sequenz zeigt dann aber Trockenfutter in sauber aneinandergereihten Linien, das über ein Fließband läuft. Auch dieses Video wurde zuvor auf einem anderen TikTok-Account hochgeladen – ohne erkennbaren Bezug zu Recyclinganlagen oder Pappe als Zutat.

In Deutschland reguliert das Futtermittelrecht die Zutaten

In dem Clip mit der Behauptung werden auch sonst keine Informationen bereitgestellt – weder eine Marke, ein Ort, noch etwa ein Betrieb werden genannt, in dem angeblich Kartonbrei in Tiernahrung gelangt. Stattdessen werden emotionalisierende Formulierungen wie «zwielichtige, versteckte Fabriken» verwendet. Es wird kein Videomaterial gezeigt, dass auf eine Produktionskette von Pappe zu Hundefutter hindeutet.

In Europa ist die Herstellung von Tierfutter reguliert. Informationen zu nationalen und europäischen Rechtsvorschriften für den Bereich Futtermittel sind auf der Webseite des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat zu finden.

(Stand: 25.08.2025)

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Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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