Altes Video von Hochhausbrand fälschlich als iranischer Angriff auf CIA-Gebäude ausgegeben - Featured image

Altes Video von Hochhausbrand fälschlich als iranischer Angriff auf CIA-Gebäude ausgegeben

Die USA und Israel hatten nach wochenlangen Drohungen am 28. Februar 2026 den Iran angegriffen und dabei den obersten Führer des Landes, Ayatollah Ali Chamenei, getötet. Der Iran reagiert seither mit Angriffen auf Israel und US-Einrichtungen in mehreren Golfstaaten. In diesem Zusammenhang wurde ein Video eines brennenden Hochhauses mit der Behauptung geteilt, es würde sich um das „Büro der CIA“ handeln. Das Video stammt jedoch von Oktober 2015. Das Gebäude ist ein Wohnhaus in der Hafenstadt Schardscha in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

„Nach iranische Angriffen brennt ein Hochhaus. Teheran behauptet, dass sich dort das Büro der CIA befand“, heißt es in einem Facebook-Beitrag vom 1. März 2026. Die CIA, die Central Intelligence Agency, ist der Auslandsgeheimdienst der USA. In dem Beitrag wird ein etwa zehn Sekunden langes Video eines brennenden Hochhauses geteilt. Aus dem Haus steigt dunkler Rauch auf und mehrere Menschen stehen davor.

Die Behauptung kursierte auch auf Telegram und anderen Sprachen wie Bulgarisch, Französisch, Hindi und Rumänisch. Außerdem verbreitete die russische Nachrichtenagentur TASS die Behauptung am 1. März 2026 unter Berufung auf den Telegram-Kanal der Nachrichtenagentur Fars, die dem Korps der Islamischen Revolutionsgarden nahesteht. Dort findet sich ein entsprechender Beitrag, der von einem anderen Kanal übernommen wurde. Er enthält jedoch ein Video, das das brennende Fairmont Hotel in Dubai zeigt. Laut einem Bericht von AFP wurde das Hotel von Trümmern einer abgefangenen Rakete getroffen.

Facebook-Screenshot der Behauptung, rotes Kreuz von AFP hinzugefügt: 4. März 2026

Das online geteilte Video des Hochhauses hat jedoch nichts mit dem Iran-Krieg zu tun. Es zeigt außerdem kein „Büro der CIA“, wie in den Beiträgen behauptet, und ist mehr als zehn Jahre alt.

Die Beiträge kursierten, als der Iran auf einen Großangriff der USA und Israels vom 28. Februar 2026 auf die Islamische Republik reagierte. Bei diesem Angriff wurde der oberste Führer des Landes, Ayatollah Ali Chamenei, und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet.

Der Iran greift seither Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Golfregion an. In Städten wie Dubai, Doha, Abu Dhabi und Riad kam es zu Explosionen. Am Abend des 3. März 2026 löste ein Drohnenangriff ein Feuer nahe des US-Konsulats in Dubai aus, bei dem niemand verletzt wurde. AFP-Journalistinnen und -journalisten berichteten von Explosionen und aufsteigendem Rauch in der iranischen Hauptstadt Teheran.

Die iranische staatliche Nachrichtenagentur Irna meldete am 4. März 2026, dass seit den US-israelischen Angriff 1045 Menschen im Iran getötet worden seien. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Im Zuge des Iran-Kriegs kommt es auch zu Angriffen zwischen Israel und der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Libanon. Die vom Iran finanzierte Miliz hatte im November 2024 einen Waffenstillstand mit Israel geschlossen. In der Nacht zum 2. März 2026 hatte sie begonnen, Ziele im Norden Israels mit Raketen und Drohnen anzugreifen. Israel reagierte unmittelbar mit Gegenangriffen.

Video stammt aus Oktober 2015

In manchen Beiträgen wurde das Gebäude auch als „Hauptquartier“ der CIA bezeichnet. Deren Hauptsitz befindet sich hingegen nicht in Dubai, sondern in Langley im US-Bundesstaat Virginia.

Eine umgekehrte Bildsuche von Standbildern des online geteilten Videos führte zu einem Youtube-Video, das am 20. Oktober 2015 veröffentlicht wurde (hier archiviert). Dessen arabischsprachiger Titel lautet übersetzt: „Ein großes Feuer in Schardscha, Vereinigte Arabische Emirate.“

Vergleich des Facebook-Screenshots der Behauptung (links) mit dem Youtube-Video aus dem Jahr 2015 (rechts), rotes Kreuz und grüne Hervorhebung von AFP hinzugefügt: 4. März 2026

Mit Stichwortsuchen fand AFP mehrere ähnliche Videos, die Anfang Oktober 2015 von lokalen und ausländischen Medien veröffentlicht wurden.

Berichten zufolge brach das Feuer am 1. Oktober 2015 gegen 14.15 Uhr aus und breitete sich rasch aus. Auch die internationale Nachrichtenagentur Associated Press berichtete über den Brand. Demnach war das Feuer in einem 30-stöckigen Wohngebäude in Schardscha nördlich von Dubai ausgebrochen und konnte unter Kontrolle gebracht werden, ohne dass Menschen getötet wurden (hier und hier archiviert). Laut BBC und Paris Match zerstörte das Feuer 26 Stockwerke und zwang 250 Familien, das Gebäude zu verlassen. 40 Menschen mussten vor Ort medizinisch versorgt werden.

Das Hochhaus im online geteilten Video stimmt mit Aufnahmen von Google Street View überein.

Vergleich des Facebook-Videos mit der Behauptung (links) mit Aufnahmen von Google Street View (rechts), blaue und grüne Hervorhebungen von AFP hinzugefügt: 4. März 2026

AFP-Journalistinnen und -Journalisten in Dubai bestätigten, dass weder lokale Medien noch Behörden den Brand eines mutmaßlichen CIA-Hauptquartiers erwähnten. Die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate hätten bislang angegeben, seit Beginn des Krieges Ziel von mehr als 800 Drohnen und fast 200 Raketen gewesen zu sein. Eine Stichwortsuche zeigt ebenfalls, dass seit Beginn der Angriffe auf den Iran kein seriöses Medium einen Brand in den Räumlichkeiten der CIA in Dubai erwähnt hat.

Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate erklärte auf X, dass seit dem 28. Februar 2026 drei Menschen getötet worden seien. Dabei habe es sich um „Personen pakistanischer, nepalesischer und bangladeschischer Staatsangehörigkeit“ gehandelt.

AFP hat bereits weitere Falschinformationen überprüft, die während des Iran-Kriegs in sozialen Medien kursieren.

Fazit: Ein Video eines brennenden Hochhauses zeigt kein Büro der CIA in Dubai, das von iranischen Raketen getroffen wurde, sondern einen Brand eines Wohnhauses im Jahr 2015. Das Gebäude befindet sich zudem nicht in Dubai, sondern in der Stadt Schardscha nördlich von Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

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Iran, Politik

Autor(en): Johanna LEHN / AFP Naher Osten und Nordafrika / AFP Deutschland

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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