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China plant Reduzierung von Treibhausgasemissionen

Im Dezember 2015 einigten sich insgesamt 197 Staaten bei der UN-Klimakonferenz in Paris auf ein neues, globales Klimaschutzabkommen – erstmals auch völkerrechtlich verbindlich. Auf unterschiedlichen Plattformen behaupten User mit Bezug dazu: «Die beiden größten Wirtschaftsnationen der Welt, USA und China, haben sich aus der CO2-Reduktion verabschiedet.» Ebenso heißt es, Schwellenländer müssten keine Klimaziele erreichen.

Bewertung

Korrekt ist, dass die USA ihren Austritt aus dem Pariser Abkommen verkündet haben. China ist weiterhin Vertragsstaat und hat kürzlich konkrete Klimaziele festgelegt. Die im Abkommen definierten Ziele gelten für alle Staaten, so auch für Schwellenländer und Entwicklungsländer.

Fakten

Wie auf der Webseite des Umweltbundesamts nachzulesen ist, gelten die Übereinkommen von Paris für alle Vertragsstaaten. Wie der Europäische Rat schreibt, haben fast alle Länder der Welt unterzeichnet und sich damit völkerrechtlich an die Zielsetzung gebunden.

Das Abkommen folge dem Grundsatz der «gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortlichkeiten», was unterschiedliche Lastenteilung vorsieht. So soll etwa Rücksicht auf Staaten mit geringerer Wirtschaftskraft genommen werden. Entwicklungs- und Schwellenländer verpflichten sich dennoch ebenso wie Industrienationen zu den Klimazielen.

Die Beschlüsse, die seither meist als Pariser Klimaabkommen bekannt sind, sollen die Erderwärmung auf «deutlich unter» 2 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau begrenzen. Bis Ende des Jahrhunderts soll die globale Durchschnittstemperatur einen Anstieg von 1,5 Grad nicht übersteigen.

China plant weiterhin Reduktion von CO2-Emissionen

Die USA sind unter Präsident Donald Trump Anfang 2025 erneut aus dem Abkommen ausgetreten. Chinas Staatschef Xi Jinping hingegen gab im September 2025 auf der UN-Generalversammlung die chinesischen Klimaschutzpläne bekannt. Ziel sei es, Treibhausgase in Zukunft zu mindern, wie der «Spiegel» berichtete.

Dass China erstmals mittelfristige Ziele zum Klimaschutz ausformulierte, wird in einer Analyse der Heinrich-Böll-Stiftung zwar als positiv gewertet, doch: «Das formulierte Ziel bleibt weit hinter dem zurück, was zur Einhaltung des Pariser Abkommens erforderlich wäre.»

Das Zentrum für Forschung zu Energie und sauberer Luft (Crea) bewertete Chinas Senkung von Treibhausgasen als ungenügend. Da kein Basisjahr für die Emissionsreduzierungen festgelegt worden sei, bleibe die Tür für kurzfristige Emissionserhöhungen offen, erklärte Analyst Lauri Myllyvirta. Chinas Klimaprogramm wird laut Climate Change Performace Index (CCPI) bisher als sehr schlecht bewertet.

(Stand: 23.11.2025)

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Klimawandel

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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