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Gesetzentwurf sieht weiter verpflichtende Impfungen vor

Unter der Trump-Regierung ist das Thema Impfungen in den USA wieder in den Fokus gerückt. Trump hatte Robert F. Kennedy Jr. als Gesundheitsminister berufen – dieser ist für seine Impf-Skepsis bekannt und verbreitete in der Vergangenheit unbelegte Behauptungen über angebliche Nebenwirkungen von und Erkrankungen durch Impfstoffe. Auch im US-Bundesstaat Florida gehen Trumps Republikaner gegen wirksame Impfungen vor. In einem aktuellen Beitrag in den sozialen Netzwerken heißt es sogar: «Der oberste Amtsarzt von Florida hat soeben verkündet, dass alle Impfpflichten in Florida aufgehoben werden.» Stimmt das?

Bewertung

Das Video ist schon mehrere Monate alt. Der Leiter von Floridas Gesundheitsbehörde hatte damals zwar gesagt, dass er alle Impfpflichten abschaffen wolle. Ein aktueller Gesetzentwurf der Republikaner sieht aber lediglich erweiterte Ausnahmen vor. Gegen mehrere Krankheiten sollen Impfungen für Schulkinder verpflichtend bleiben.

Fakten

Das Video, das derzeit in den sozialen Netzwerken verbreitet wird, zeigt den Leiter der Gesundheitsbehörde von Florida, Joseph Ladapo. Allerdings handelt es sich um einen Auftritt von Ladapo im September 2025. Er kündigte damals an: «Floridas Gesundheitsbehörde wird zusammen mit dem Gouverneur daran arbeiten, alle Impfpflichten in Florida abzuschaffen.»

Ladapo sprach aber lediglich davon, einen «Prozess zu starten» und mit Floridas Gouverneur Ron DeSantis und den Abgeordneten in Floridas Parlament an der Abschaffung der Impfvorschriften zu arbeiten. Ein bereits feststehendes Ende der verpflichtenden Impfungen verkündete der Behördenleiter nicht.

Gesetzentwurf sieht einfachere Ausnahmen vor

Inzwischen ist mehr über die konkrete Umsetzung seiner Pläne bekannt. Der Gesundheitsausschuss des Senats von Florida stimmte Ende Januar für einen Gesetzentwurf, der Ausnahmen von verpflichtenden Impfungen für Schulkinder erleichtern soll. Endgültig verabschiedet ist das Gesetz damit noch nicht.

Eine generelle Abschaffung von Impfpflichten wird in dem Entwurf nicht formuliert. In Florida müssten zur Einschulung von Kindern demnach auch weiterhin Impfungen gegen Krankheiten wie Polio, Masern und Tetanus nachgewiesen werden. Der Gesetzentwurf sieht aber weiter gefasste Ausnahmeregeln vor als bisher. Ladapos Behörde versucht Medienberichten zufolge zudem, für vier Impfungen die Vorschriften abzuschaffen. Dies wäre ohne eine Beteiligung des Parlaments möglich.

Verpflichtende Impfungen werden in den USA seit einigen Jahren teilweise in Frage gestellt. Im vergangenen Jahr berief Präsident Donald Trump den als Impfskeptiker bekannten Aktivisten Robert F. Kennedy Junior als seinen Gesundheitsminister.

Kritik an Ladapos Haltung zu Impfstoffen

In Florida hatte Gouverneur DeSantis bereits im Jahr 2021, während der Diskussion um Impfungen gegen das Coronavirus, Joseph Ladapo zum Chef der Gesundheitsbehörde gemacht. Dieser hatte zuvor Zweifel an der Sicherheit von Corona-Impfstoffen und an Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie geäußert.

Ladapos Ankündigung im Jahr 2025, alle Impfpflichten abschaffen zu wollen, stieß auf Kritik von Ärztinnen und Ärzten sowie aus der Politik. Impfnachweise zur Einschulung werden in vielen Ländern verlangt, um Infektionskrankheiten einzudämmen. Eine hohe Impfquote soll Ausbrüche verhindern.

In den USA sorgte zuletzt unter anderem ein Masernausbruch in Texas für Aufsehen. In einer Gegend mit niedriger Impfquote waren dadurch zwei ungeimpfte Schulkinder gestorben.

(Stand: 3.2.2026)

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USA, Gesundheit

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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