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Maduro-Porträt abgehängt: Video zeigt Protest im Jahr 2024

«Venezolaner feiern die Verhaftung des kommunistischen Diktators Maduro» – so ist ein Video auf Facebook beschrieben, auf dem Menschen ein großes Plakat des von den USA gefangen genommenen Machthabers Nicolás Maduro abhängen. Ist das korrekt?

Bewertung

Nein. Das Video ist nicht aktuell und zeigt also keine Reaktion auf die jüngsten Ereignisse in Venezuela. Es verbreitete sich schon Ende Juli 2024 in den sozialen Netzwerken, als es in Venezuela Proteste gegen die mutmaßlich manipulierte Präsidentschaftswahl gab.

Fakten

Das Video vom Abhängen des Maduro-Plakats, das unter anderem vom «Deutschlandkurier» aus dem Umfeld der AfD verbreitet wird, hat einen anderen Kontext als behauptet. Das belegt eine Foto-Rückwärtssuche mit einem Standbild.

Die Suchergebnisse zeigen: Schon vor rund anderthalb Jahren kursierte das Video im Netz. Es findet sich zum Beispiel in einem X-Beitrag vom 29. Juli 2024. Auch eine Video-Agentur verbreitete das Video. Ihren Angaben zufolge wurde es an diesem Tag auch aufgenommen.

Motiv stammt aus Präsidentschaftswahlkampf 2024

Der Aufnahmeort liegt an einer Straßenkreuzung in der venezolanischen Stadt Maracay, wie ein Vergleich mit Satellitenbildern und Fotos aus der Stadt zeigt. Das Motiv auf der Werbefläche wurde von vor den Präsidentschaftswahlen 2024 von einer Partei verwendet, die Maduro unterstützte.

Ende Juli 2024 gab es in Venezuela Proteste gegen das Ergebnis der Präsidentschaftswahl. Die Wahlbehörde hatte Maduro zum Sieger erklärt. Oppositionspolitiker und Beobachter äußerten jedoch große Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Wahl und berichteten von Unregelmäßigkeiten. Die USA, die EU sowie mehrere südamerikanische Staaten erkannten das Ergebnis nicht an.

Ungewissheit über Venezuelas Zukunft

Maduro war am 3. Januar 2026 von US-Soldaten gefangen genommen und in die USA gebracht worden, wo er unter anderem wegen Drogendelikten angeklagt wurde. Wie es für Venezuela weitergeht und wie sich das Verhältnis zu den USA entwickelt, ist aber weiterhin unklar.

US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, das Land vorübergehend zu «führen». In Caracas hat die Maduro-Vertraute Delcy Rodríguez als geschäftsführende Präsidentin übernommen. Die venezolanische Opposition ist bislang nicht an einer Neuausrichtung des Landes beteiligt.

(Stand: 6.1.2026)

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Venezuela, Politik

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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