mRNA-Impfstoffe verändern kein menschliches Erbgut - Featured image

mRNA-Impfstoffe verändern kein menschliches Erbgut

Ein Pieks mit einem mRNA-Impfstoff gegen Covid – und schon sind die eigenen Gene für immer verändert? Diese Behauptung wird in sozialen Netzwerken verbreitet. Angeblich soll eine «schockierende Studie aus Schweden» beweisen, dass des menschliche Genom innerhalb von sechs Stunden verändert wird. Stimmt das?

Bewertung

Es ist erwiesen, dass die Boten-RNA (mRNA) der Impfstoffe nicht in das Erbgut menschlicher Zellen eingebaut werden kann. Die Methodik der Studie wurde bereits im Jahr 2022 kritisiert.

Fakten

Obwohl mRNA-Impfstoffe relativ neu sind, gehören sie nach Angaben des Robert Koch-Instituts bereits zu den am besten untersuchten Medikamenten der Welt. Es bestehe kein erkennbares Risiko, dass die mRNA, die in manchen Impfstoffen gegen Covid-19 enthalten ist, in das Genom (DNA) von Körperzellen oder gar Keimbahnzellen (Eizellen oder Samenzellen) eingebaut wird. Faktenchecks haben derartige Falschbehauptungen schon früher widerlegt.

Der Unterschied zwischen RNA und DNA

Der Name «messenger RNA» (deutsch: Boten-RNA) beschreibt die Funktion einer Komponente, ohne die unsere Zellen nicht funktionieren können: Boten-RNA bringt die Baupläne für alle Proteine unseres Körpers aus dem Zellkern heraus zu den «Bauarbeitern» (Enzymen) im Zellplasma. Die mRNA kann jedoch nicht andersherum aus dem Plasma in den Zellkern wandern – auch nicht nach einer Impfung.

Um die Vorgänge besser zu verstehen, ist es hilfreich, Zellfunktionen zu kennen: RNA (Ribonukleinsäure) überträgt Informationen und steuert die Proteinherstellung. Doch sie ist kurzlebig und wird – wie die Boten-RNA in neuen Impfstoffen – schnell wieder abgebaut. Die DNA (Desoxyribonukleinsäure) speichert dauerhaft die Erbinformation. Sie ist sehr stabil und liegt im Zellkern.

Kritik an reinem Labortest

Der Post verweist auf eine schwedische Studie, die am 25. Februar 2022 veröffentlicht wurde. Sie untersuchte «in vitro», also im Labor außerhalb des menschlichen Körpers, die Auswirkung eines mRNA-Impfstoffs gegen Covid auf eine humane Leberzellinie. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass dabei auch die DNA betroffen sei. Die Autoren stellten aber klar: «Zum jetzigen Zeitpunkt wissen wir nicht, ob die von BNT162b2 revers transkribierte DNA in das Zellgenom integriert wird.» BNT162b2 ist der mRNA-Impfstoff von Biontech und Pfizer.

In einem Kommentar auf derselben Plattform zogen andere Forschende die Ergebnisse bereits im April 2022 in Zweifel. Sie kritisierten unter anderem, dass es sich nicht um eine echte zelluläre Immunantwort beim Menschen handele. Das verwendete Versuchsmodell sei wissenschaftlich nicht geeignet, um die Risiken von mRNA-Therapeutika zu bewerten.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kam die «Pharmazeutische Zeitung»: Aus der Studie ließen sich keine relevanten Schlüsse ableiten. Vielmehr befeuere die Arbeit «mehr Unsicherheit und Angst, als dass durch sie eine wichtige biologische Frage beantwortet wird». Die Studienautoren hätten nicht behauptet, «dass durch die Applikation eines mRNA-Impfstoffs konkrete gesundheitliche Probleme auftreten können».

(Stand: 9.1.2026)

Fact Checker Logo

Corona, Gesundheit

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

Nach oben scrollen