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Schweden nutzt weiterhin normales Streusalz

Auf deutschen Straßen und Gehsteigen kommen jährlich rund 1,6 Millionen Tonnen Streusalz zum Einsatz. Dieser umfangreiche Gebrauch hat nachweislich negative Auswirkungen auf Tiere, Gewässer und Infrastruktur.

Ein viraler Bildpost in sozialen Netzwerken behauptet, Schweden nutze ein essbares Streusalz aus Rübenextrakt und Maisstärke. Dieses solle Eis zuverlässig schmelzen und – im Gegensatz zu herkömmlichem Streusalz – weder Tiere noch Umwelt gefährden. Tieren könnte es laut Behauptung sogar als Nahrungsquelle dienen.

Bewertung

Für diese Behauptung finden sich keinerlei Belege. Die schwedische Verkehrsbehörde dementiert die Aussage ausdrücklich auf ihrer Website.

Fakten

Eine Online-Suche mit den Stichworten «Schweden Streusalz aus Rübenextrakt und Maisstärke» in deutscher, englischer und schwedischer Sprache liefert keine seriösen Quellen. Stattdessen erscheinen ausschließlich Social-Media-Beiträge aus den vergangenen Tagen.

Einige dieser Beiträge verweisen auf einen Artikel vom 10. November 2025, der sich angeblich auf die schwedische Transportbehörde Trafikverket beruft. Im FAQ-Bereich der Behörde wird die Behauptung jedoch klar zurückgewiesen: «Aktuell kursieren in den sozialen Medien Falschmeldungen über Methoden zum Streuen von Salz auf Straßen. Es wird behauptet, die schwedische Transportbehörde verwende ein neues, rot gefärbtes Streusalz. Das stimmt nicht.»

Tatsächliche Entwicklung in Schweden

Um die negativen Auswirkungen von Streusalz zu verringern, hat die schwedische Verkehrsbehörde in der Vergangenheit verschiedene Maßnahmen geprüft. Dazu gehörten unter anderem Tests mit Zucker-Streusalz-Mischungen sowie ein nordisches Gemeinschaftsprojekt zur Vorhersage von Rest-Salz auf der Straße. Auf ihrer Website erklärt die Behörde zudem, dass heute «weniger Salz benötigt wird, um die gleiche Wirkung wie früher zu erzielen». Streusalz werde «nur dort eingesetzt, wo es nötig ist».

(Stand: 18.11.2025)

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Umwelt

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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