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Vermeintliches Statement der «Letzten Generation» ist Satire

Nach dem spektakulären Einbruch in eine Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen kursiert in sozialen Netzwerken ein Video. Angeblich zeigt es ein Statement der Klima-Aktivisten der «Letzten Generation». Eine Frau spricht über den Einbruch und sagt unter anderem, in sechs betroffenen Schließfächern hätten sich 152.000 Euro an Spendengelder befunden. Damit nicht genug: Auch die Papiere für drei Autos, zwei Boote und ein Kleinflugzeug sowie Gutscheine für Baumärkte seien dort verwahrt gewesen.

Social-Media-Nutzer scheinen das Video ernst zu nehmen: «Dann hat es die Richtigen erwischt. Ihr seid Verbrecher» oder «Gut das das Geld weg ist, ihr seid zu blöd mit Geld umzugehen!» (Schreibweisen im Original), lauten hämische Kommentare unter Posts mit dem Video. Doch stammt es wirklich von den Aktivisten der «Letzten Generation»?

Bewertung

Nein, bei dem Video handelt es sich um Satire.

Fakten

Das Video wird mit einer Aufschrift verbreitet: «Statement des Kollektivs der letzten Generation zum Raub in der Sparkasse Gelsenkirchen-Buer», heißt es dazu. Doch schon im Video ist zu hören: Die Frau spricht gar nicht von der «Letzten Generation», sondern betitelt sich selbst als Mitglied der «Vorletzten Generation».

Das hat einen Grund: Bei dem Video handelt es sich um Satire. Der Clip stammt ursprünglich von einer Tiktok-Nutzerin, die die Klima-Aktivisten aufs Korn nimmt. Bereits in früheren Videos bezeichnete sie sich selbst als Mitglied der «Vorletzten Generation».

In der Beschreibung zu dem Video über den Einbruch in der Sparkasse schreibt die Nutzerin sogar explizit: «Bitte nehmt das Video mit Humor, es ist lediglich Satire.» Doch nicht jeder Internetuser scheint zu verstehen, dass es sich um einen Scherz handelt. Bei Facebook wird das TikTok-Video ohne jeden Satire-Hinweis verbreitet.

Ende Dezember hatten sich bislang unbekannte Täter über ein Parkhaus Zutritt zu einer Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen verschafft und ein großes Loch in eine Wand gebohrt, um in den Tresorraum zu gelangen. Fast alle 3.250 Kundenschließfächer der Filiale im Stadtteil Buer wurden aufgebrochen. Der Schaden wird noch ermittelt. Er soll nach ersten Schätzungen der Polizei im mittleren zweistelligen Millionenbereich liegen, könnte aber noch deutlich höher ausfallen.

(Stand: 12.1.2026)

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Klimawandel, Gesellschaft

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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