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Video verbreitet Falschbehauptung über ukrainische Athleten

Auch große Sportereignisse geraten ins Visier von Desinformationskampagnen. Aktuell kursiert in sozialen Netzwerken ein Video, das angeblich vom kanadischen Sender CBC stammt. Darin berichtet eine vermeintliche Reporterin aus dem olympischen Dorf in Mailand, ukrainische Athleten seien absichtlich weit entfernt von anderen Nationalmannschaften untergebracht worden, weil sie sich in Paris als «extrem toxisch» erwiesen hätten. Stimmt das?

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Die Behauptung ist falsch und das Video ist manipuliert. CBC erklärt, dass eine existierende Reportage verfälscht wurde und die Aussagen über ukrainische Athleten künstlich hinzugefügt wurden.

Fakten

CBC reagierte auf das verbreitete Video mit einem eigenen Faktencheck-Video. Ein Teil des verbreiteten Videos ist demnach tatsächlich authentisch. Ab Sekunde 16 beginnt jedoch die Fälschung: Der Korrespondentin Adrienne Arsenault werden Aussagen in den Mund gelegt, die sie nie getätigt hat. In der echten Reportage erwähnt sie die Ukraine mit keinem Wort, sondern berichtet lediglich im Vlog-Stil über das Leben im olympischen Dorf.

Zudem trägt das Originalvideo nur das Logo «The National». In der Fälschung wurde zusätzlich das «CBC News»-Logo eingefügt. Arsenaults Stimme könnte künstlich geklont worden sein, um ihr die erfundenen Aussagen über ukrainische Athleten zuzuschreiben. Laut einem Report des Tech-Unternehmens McAfee können KI-Softwareanwendungen Stimmen mit einer Genauigkeit von 95 Prozent klonen.

IOC nennt Behauptungen «völlig falsch»

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) bezeichnet die Behauptung auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) als «völlig falsch» und als «Versuch der Desinformation». Es gibt keine Hinweise auf Fehlverhalten ukrainischer Athleten, weder in der Vergangenheit in Paris noch bisher in Italien.

Bilder und Videos aus den sechs olympischen Dörfern zeigen, dass die ukrainische Delegation sich normal unter die anderen Athleten gemischt hat. Der ukrainische Rodler Nazariy Kachmar sprach in einem Interview von einer «freundlichen und inspirierenden Atmosphäre». Ein Video der ukrainischen Delegation zeigt das Team beispielsweise direkt neben der polnischen Mannschaft.

Laut einer Analyse des Medien-Watch-Blog News Guard ist das gefälschte Video Teil der russischen Desinformationskampagne «Operation Matryoshka». Dabei werden gezielt westliche Medien imitiert, um Falschinformationen zu verbreiten. Während der Olympischen Winterspiele verbreiteten sich demnach bereits mindestens 28 gefälschte Medieninhalte, um die ukrainische Delegation zu diskreditieren.

(Stand: 16.2.26)

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Ukraine

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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