Bewertung
Nein, das Video wurde in Senegals Hauptstadt Dakar aufgenommen und zeigt Ausflugsboote mit Touristen. Es hat keinen direkten Bezug zur Bootsmigration von Afrika nach Europa, auch wenn ein Mann im Video über diese spricht.
Fakten
Fröhliche Menschen auf einem Boot – allein deren Hautfarbe lässt für viele Betrachterinnen und Betrachter des Videos offenbar nur den Schluss zu, dass es sich um Migranten handeln müsse, die mit einem Boot in Europa ankommen. Aber das ist falsch. Das Video wurde nicht, wie behauptet, in Spanien aufgenommen. Ein konkreter Ort in Spanien wird in den Beiträgen ohnehin nicht genannt.
Doch man kann den tatsächlichen Aufnahmeort des Videos herausfinden. Unter einem Beitrag mit dem Video auf der Plattform X schreibt ein Nutzer, dass das Video in Ngor aufgenommen worden sei, einem Stadtteil von Senegals Hauptstadt Dakar. Ein Vergleich mit einem Satellitenbild und Fotos von dort zeigt, dass tatsächlich der Strand von Ngor zu sehen ist.
Bootsinsasse macht Scherze über Migration
Dort legen Ausflugsboote an, zum Beispiel, um Touristen auf die vorgelagerte gleichnamige Insel zu bringen. Das Video zeigt Menschen, die wieder am Strand der Stadt ankommen. Details wie der Rohbau eines Gebäudes, ein weiter entferntes Hotel sowie weitere Boote finden sich übereinstimmend auf anderen Aufnahmen vom Strand.
Es handelt sich um traditionelle Fischerboote, sogenannte Pirogen. Solche werden auch von Migranten unter lebensgefährlichen Umständen für die rund 1.500 Kilometer lange Überfahrt vom Senegal auf die zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln verwendet.
In dem Video scherzt ein Mann auf der im Land vorherrschenden Sprache Wolof über die Bootsmigration. Lachend ruft er kurz vor der Ankunft am Strand: Herzlich willkommen in Spanien, man sei jetzt angekommen und müsse sich beeilen, bevor man von den spanischen Sicherheitskräften geschnappt würde. Aber eine tatsächliche Ankunft in Spanien zeigt das Video nicht.
Fluchtmigration nach Spanien lässt nach
Auch auf anderen Routen versuchen Migranten, aus Afrika kommend Spanien zu erreichen. Laut UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR ging die Zahl der Ankommenden dort zuletzt aber zurück.
Die sogenannte Atlantikroute von Westafrika auf die Kanarischen Inseln gilt als einer der gefährlichsten Migrationswege nach Europa. Der Internationalen Organisation für Migration (IOM) der Vereinten Nationen zufolge gab es auf dieser Route im Jahr 2025 rund 1.000 Todes- und Vermisstenfälle.
(Stand: 18.2.2026)
