Bewertung
Die Behauptung ist falsch. Die im Netz zitierte Studie weist erhebliche methodische Schwächen auf und erlaubt keine verlässlichen Aussagen. Corona-Impfungen zeigen einen nachweislichen Schutz vor schweren Verläufen und können Folgen einer Ansteckung wie schwere Atemwegsinfektionen abmildern.
Fakten
In den Fachpublikationen der vergangenen Jahre zeigt sich ein wiederkehrendes Muster: Geimpfte Menschen sind nach einer Corona-Infektion seltener von länger andauernden Beschwerden betroffen als Ungeimpfte. Es existiert zwar eine Untersuchung, die nach Booster-Impfungen eine höhere Zahl leichter Atemwegsinfekte dokumentiert, dabei handelt es sich jedoch überwiegend um milde Symptome wie erkältungsbedingten Schnupfen oder Halskratzen. Ein starker Risikoanstieg, wie in der Behauptung genannt wird, ist nicht erkennbar.
Warum die genannte Studie fehlerhaft ist
Die Studie aus Südkorea, auf die sich der Beitrag stützt, weist einige Fehler auf. Experten des spezialisierten Fachdienstes medizin transparent erklärten auf dpa-Anfrage, dass dort Nicht-Geimpfte und nur einmal Geimpfte in einer gemeinsamen Gruppe landen. Damit werde der eigentliche Vergleich – Ungeimpfte versus Geimpfte – gar nicht vorgenommen. Darüber hinaus basieren zentrale Daten auf Krankenhausfällen, was die Aussagen auf die Gesamtbevölkerung nur eingeschränkt übertragbar macht.
Auch mögliche Einflussfaktoren wie Maskennutzung, unterschiedliche Alltagskontakte oder Hygieneverhalten werden nicht berücksichtigt. Hinzu kommt: Die Gruppe mit der höchsten Impfzahl ist dort gleichzeitig deutlich älter, was Vergleiche verzerrt. Insgesamt ist die Untersuchung nicht repräsentativ und eignet sich nicht als Basis für weitreichende Schlussfolgerungen.
Gut belegte Ergebnisse zu langfristigen Effekten
Eine US-Studie zeigt derweil, dass Menschen mit drei mRNA-Impfstoffdosen ein geringeres Risiko für länger andauernde Beschwerden nach einer Corona-Infektion haben. Weitere Studien kommen zu ähnlichen Ergebnissen und berichten zudem von einem reduzierten Long-Covid-Risiko bei geimpften Erwachsenen.
Auch das Robert Koch-Institut betont, dass Corona-Impfstoffe wirksam schwere Krankheitsverläufe verhindern. Hinweise auf ein stark erhöhtes Risiko für Atemwegsinfekte gibt es demnach nicht. Einige Daten deuten sogar darauf hin, dass geimpfte Personen nach einer Infektion seltener psychische Folgeerkrankungen entwickeln.
Die Studienlage spricht dafür, dass die Impfung in erster Linie vor schweren Verläufen schützt und das Risiko langfristiger Beschwerden reduziert. Bei der Einführung neuer Impfstoffe werden Studien durchgeführt, um die Wirksamkeit und Sicherheit der Impfstoffe zu gewährleisten.
(Stand: 26.11.2025)
