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Corona-Viren verbreiten sich in Tröpfchen und Aerosolen

Kaum etwas stand so sehr als Symbol für die Covid-Pandemie wie die Masken, die zum Schutz vor dem Coronavirus getragen wurden. Wohl auch deshalb kursierten über ihre Funktionsweise und Wirkung zahlreiche Falschinformationen und Missverständnisse. Eines davon: Sie schützten gar nicht vor dem Erreger. Denn dieser sei so klein, dass er von der Maske nicht aufgehalten werden könne. Als Beleg dafür dient im August 2023 die Fotomontage einer Grafik und eines Screenshots mit dem Logo der US-Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control).

Bewertung

Das ist ein Fehlschluss. Coronaviren verbreiten sich in aller Regel als Bestandteil größerer Aerosole oder Tröpfchen. Und diese werden durchaus von Masken aufgehalten, wobei die Schutzwirkung je nach Typ sehr unterschiedlich ist.

Fakten

Die Fotomontage verbindet den Screenshot eines Facebook-Posts der US-Gesundheitsbehörde CDC vom 30. August 2020 mit einer Grafik mikroskopisch kleiner Objekte. Im Text heißt es, «cloth masks», also Stoff- oder Alltagsmasken, böten keinen Schutz vor den Rauchpartikeln bei Waldbränden, da diese zu klein seien. Die dargestellten mikroskopischen Objekte sind (in aufsteigender Größe von 0,1 bis 10 Mikrometern): ein Coronavirus, ein Bakterium, ein Feinstaubpartikel der Größenkategorie PM2.5, ein rotes Blutkörperchen und ein als «Smoke» (also Rauch) bezeichnetes Objekt.

Dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge ist der umgangssprachlich als Coronavirus bezeichnete Sars-CoV-2-Erreger zwischen etwa 80 und 140 Nanometern groß. Das sind umgerechnet 0,08 und 0,14 Mikrometer. Objekte dieser Größe würden theoretisch tatsächlich nicht unbedingt von einer Maske aufgehalten.

Das RKI schreibt aber weiter unter Berufung auf einen wissenschaftlichen Artikel in der Fachzeitschrift «Science», dass der «Hauptübertragungsweg für SARS-CoV-2» die «Aufnahme virushaltiger Partikel sei, die beim Atmen, Husten, Sprechen, Singen und Niesen entstehen». Je nach Partikelgröße und den physikalischen Eigenschaften unterscheide man zwischen den größeren Tröpfchen und kleineren Aerosolen.

Tröpfchen sind dem Umweltbundesamt zufolge gerade noch sichtbare Partikel mit einer Größe von etwa 5 bis 500 Mikrometern, die relativ schnell zu Boden sinken. Aerosole sind winzige Partikel mit einer Größe von weniger als fünf Mikrometern – damit aber meist immer noch deutlich größer als das Virus selbst.

Der Virologe Norbert Nowotny von der Veterinärmedizinischen Universität Wien sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa) 2021 auf eine Anfrage, die Porengröße der Filter von FFP2-Masken liege bei 600 Nanometern (0,6 Mikrometern). Sars-CoV-2-Viren bewegten sich in der Luft aber in Form kleinster Tröpfchen (Aerosole) oder haften an Staubpartikeln an. Diese seien in der Regel größer als 600 Nanometer und würden daher auch von FFP2-Masken abgefangen.

Die Schutzwirkung von den im CDC-Facebook-Post von 2020 genannten Stoffmasken ist tatsächlich deutlich geringer. Ihr Sinn besteht weniger darin, die tragende Person zu schützen. Bei ihnen geht es eher darum, dass beim Sprechen oder Husten ausgestoßene Tröpfchen in der Maske aufgefangen werden, so dass andere Personen geschützt werden. Einen Überblick über die verschiedenen Maskentypen und ihre Schutzwirkung gibt es beim Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte.

(Stand: 4.9.2023)

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Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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