Foto von Osterhase-Preisschild ist manipuliert - Featured image

Foto von Osterhase-Preisschild ist manipuliert

Um Sprache und Ausdrucksweisen gibt es oft Streit – auch, wenn es um gendersensible Sprache geht. In den sozialen Medien kursiert ein Foto, das ein Preisschild mit der Aufschrift «Osterhase/häsin/transe» zeigen soll und auf das Userinnen und Unser mit Spott und Ärger reagieren. Doch ist die Aufnahme authentisch?

Bewertung

Nein, das Foto ist manipuliert. Auf dem seit Jahren verbreiteten Originalfoto steht nur «Osterhase/häsin». Der Zusatz «/transe» wurde nachträglich hinzugefügt.

Fakten

Eine Bilderrückwärtssuche belegt, dass das Foto seit Jahren in den sozialen Medien verbreitet wird. Bei der Suche findet man aber auch das Foto, das beim Manipulieren als Grundlage gedient hat und auf dem der Zusatz «/transe» fehlt. Ein Facebook-Post aus dem Jahr 2021 geht beispielsweise noch auf das Originalfoto ein.

Schaut man sich das Foto genauer an, ist zu erkennen, dass sich die Schriftart auf dem Originalfoto von der manipulierten Aufnahme unterscheidet. Besonders deutlich wird dies am Aussehen des kleinen «s». Das ist in weiterer Beleg, dass das verbreitete Foto verfälscht ist.

Die Bezeichnung «Transe» wird im Duden als umganssprachlich abwertende Kurzform für das Wort Transvestit geführt, also nach Definition des Wörterbuchs ein «Mann, der sich [zum Lustgewinn] wie eine Frau kleidet, frisiert, schminkt». Auch unter Transvestiten wird das Wort «Transe» als Beleidigung empfunden.

Die Osterhasen, die von der Marke Wawi hergestellt werden, sind nicht das erste Produkt des Unternehmens, das Aufmerksamkeit auslöst. Während der Pandemie sorgte der Süßwarenhersteller mit einem Coronavirus-Hasen, der eine Klopapierrolle und einen Mundschutz trug, für Schlagzeilen.

(Stand: 22.3.2024)

Fact Checker Logo

LGBTQ+, Gesellschaft

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

Nach oben scrollen