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KI-Deepfake erfindet Aussage von Gabriele Krone-Schmalz

In sozialen Medien sind zuletzt immer wieder Videos mit der früheren ARD-Korrespondentin Gabriele Krone-Schmalz aufgetaucht. In einem solchen Clip, der etwa auf Facebook kursiert, scheint sie sich zur Innenpolitik in Deutschland zu äußern. Man sieht darin Krone-Schmalz scheinbar sagen: «Ich darf euch hier keine Namen nennen, keine Parteien, keine Institutionen, denn sonst wird dieses Video gelöscht, gesperrt, zum Schweigen gebracht.»

Bewertung

Keine echte Aussage von Gabriele Krone-Schmalz. Es handelt sich um einen KI-generierten Deepfake.

Fakten

Sieht man sich das Video genauer an, fallen Fehler und Ungereimtheiten auf: Das Blinzeln der Augen und das Öffnen des Mundes wirken mechanisch. Es gibt so gut wie keine Regungen oder authentische Mimik im Gesicht. Am Übergang zwischen dem Hals und dem Hintergrund auf der rechten Seite erscheinen merkwürdige Bewegungen des Halses. Ganz offensichtlich handelt sich also um einen Deepfake, bei dem solche Fehler oft auftauchen.

Deepfakes sind Video- oder Tonaufnahmen, die echt wirken, aber in Wirklichkeit mit generativer KI erstellt wurden. Die KI macht beispielsweise aus Fotos Bewegtbilder. In diesem Fall gibt es eine Aufnahme von Krone-Schmalz, auf der das Oberteil und die Kette sowie die Belichtung des Gesichts zur Optik im Video passen. Dieses Foto ist sehr wahrscheinlich die Grundlage der KI-generierten Fälschung.

Zwar ähnelt die Stimme im Video Gabriele Krone-Schmalz‘ echter Stimme, wie sie in anderen Videoauftritten zu hören ist. Aber auch hier fallen typische Merkmale einer KI-generierten Stimme auf, etwa fast atemlose Übergänge zum nächsten Satz ohne eine natürliche kleine Sprechpause.

Immer wieder Krone-Schmalz-Fakes

Dies ist nicht der erste Deepfake, der sich an Bildern und Stimme von Gabriele Krone-Schmalz bedient. Über ähnliche Videos hat die Deutsche Presse-Agentur (dpa) bereits zwei Faktenchecks veröffentlicht. In beiden Fällen bestätigte Krone-Schmalz, dass es sich um keine echten Aufnahmen von ihr handele. Wie in den älteren Videos fanden sich auch im aktuellen Fall keine Hinweise, dass die gesprochenen Aussagen tatsächlich von ihr stammen.

Die früheren Deepfakes wurden auf demselben Tiktok-Profil veröffentlicht. Die aktuell bei Facebook verbreitete Fälschung findet sich dort nicht, die Optik entspricht aber den bisherigen Videos. Wer für den Account mit Namen «politicsgermany1» verantwortlich ist, geht aus dem Profil nicht hervor. Vorrangig befasst sich der Account mit dem russischen Einmarsch in der Ukraine.

(Stand: 30.7.2025)

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Künstliche Intelligenz

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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