Bewertung
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass der Abrieb von Windkraftanlagen um ein Vielfaches geringer ist. Über die gesamte Lebensdauer einer Anlage entsteht ein Bruchteil einer Tonne Mikroplastik.
Fakten
An Windkraftanlagen kann es zu Erosionen an den Rotorblättern kommen, vor allem an deren Vorderkanten. Diese Flächen sind Regen, Hagel und Schnee ausgesetzt. Bei Geschwindigkeiten an den Rotorspitzen von bis zu 360 Kilometern pro Stunde wirken Tropfen wie kleine Schmirgelpartikel.
Dadurch wird Material abgetragen – es entsteht sogenannter Mikroplastik-Abrieb. Auch wenn diese Partikelemissionen nur sehr gering sind, können sie langfristig die Effizienz der Anlagen beeinträchtigen.
Eine Studie der Technischen Universität Dänemark aus dem Jahr 2024 geht von einem durchschnittlichen jährlichen Materialverlust von 30 bis 540 Gramm pro Rotorblatt aus.
- Onshore-Anlagen: 8-50 g pro Blatt und Jahr
- Offshore-Anlagen: 80-1000 g pro Blatt und Jahr
Bei den höchsten Werten ergibt das über eine Laufzeit von 30 Jahren rund 90 kg Abrieb pro Windrad – umgerechnet 0,09 Tonnen.
Eine niederländische Studie schätzt die Emissionen moderner Offshore-Anlagen auf etwa 240 g Mikroplastik pro Anlage und Jahr. Das entspricht 7,2 kg (0,0072 Tonnen) über 30 Jahre, pro Blatt entsprechend weniger.
Frühere Schätzungen und Unsicherheiten
Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestags kam 2020 in einer konservativen «Worst-Case»-Rechnung auf 45 kg pro Windrad und Jahr. Diese Zahl geht jedoch von extremen Annahmen aus und liegt laut den Autoren deutlich über realistischen Werten.
Eine norwegische Untersuchung aus dem Jahr 2021 nannte bis zu 62,5 kg pro Jahr, wurde aber stark kritisiert: Sie verwendete falsche Materialien und war nicht peer-reviewed. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) veröffentlichte bereits einen Faktencheck darüber.
(Stand: 4.11.2025)
