Bewertung
Die Behauptungen sind falsch. Sie geben in vager Form unwahre Gerüchte wieder, die bereits in früheren Faktenchecks widerlegt wurden.
Fakten
Das Video stellt mehrere Behauptungen über Selenskyj auf, die ihn als korrupten Milliardär erscheinen lassen. Das liegt ganz auf der Linie von Falschbehauptungen aus Russland, die dem ukrainischen Präsidenten ein Luxusleben und Bereicherung unterstellen.
Seriöse Schätzungen zum Vermögen des ukrainischen Präsidenten bewegen sich im Millionenbereich. Dennoch kursieren viele Gerüchte über angebliche millionenschwere Immobilienkäufe im Ausland durch ihn oder seine Familie. Auch wenn die Familie Immobilien besitzt, gibt es für die meisten Behauptungen keine Belege.
Vermögen reicht kaum für Kauf einer Bank
Im Video behauptet der Sprecher unter anderem, Wolodymyr Selenskyj habe «die größte Privatbank Frankreichs» gekauft. Es bleibt dabei offen, welche Bank genau gemeint ist. Der Begriff «Privatbank» ist international nicht eindeutig definiert. Es könnte eine Familienbank, eine börsennotierte Universalbank oder die Private-Banking-Abteilung einer Großbank sein.
Im März 2025 widerlegte die dpa die Falschbehauptung, der ukrainische Präsident habe die französische Privatbank Milleis für über eine Milliarde Euro gekauft. Diese Bank hatte zuletzt 2017 den Besitzer gewechselt. Exklusive Verhandlungen für eine Übernahme kündigten im Juli dieses Jahres zwei französische Banken an. Mit Selenskyjs bekanntem Vermögen wäre der Kauf einer ganzen Bank ohnehin nicht möglich.
Gerücht über Mine
Unklar bleibt, was der Sprecher im Video mit Selenskyjs angeblicher Beteiligung an einer «Platinfirma» in Afrika meint. Denn er nennt keine konkrete Firma. Im April kursierte ein gefälschtes Video, das Beiträgen eines südafrikanischen Senders ähnelte. Danach soll der ukrainische Präsident eine Mehrheitsbeteiligung am südafrikanischen Platin-Bergbauunternehmen Northam Platinum Ltd. gekauft haben. Das Unternehmen dementierte das – der Sender distanzierte sich vom Beitrag und stufte ihn als «Fake News» ein.
Auch für die Unterstellung von Korruption durch veruntreute Hilfsgelder durch Selenskyj gibt es keine Belege. Das Video wirkt insgesamt wie eine Zusammenstellung früherer Falschbehauptungen.
(Stand: 8.12.2025)
