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Angebliche Szenen von israelischem Angriff sind KI-generiert

Im Zuge militärischer Eskalation verbreiten sich Bilder und Videos oft schneller, als sie überprüft werden können. Das schafft Raum für Falschinformationen. Nun wird eine Videomontage verbreitet, die den Anschein erweckt, sie zeige israelische Angriffe.

Insgesamt sind vier Szenen mit Explosionen in militärischen Einsatzzentralen zu sehen. Usern zufolge hatte Israel «Bunker Knacker» (wie im Original) im Zwölftagekrieg gegen den Iran verwendet. Die Überschrift legt nahe, dass es sich um echtes Videomaterial aus dieser Konfiktphase handele.

Bewertung

Drei der vier Videos sind mit hoher Wahrscheinlichkeit künstlich erzeugt. Nur ein Clip lässt sich über verlässliche Quellen bestätigen.

Fakten

Mithilfe einer Bilderrückwärtssuche lässt sich nur einer der vier Clips zuordnen. Ende November berichteten iranische und israelische Medien sowie ein persischsprachiger Online-Dienst der BBC über Ereignisse, mit denen das Videomaterial in Verbindung gesetzt wird.

Das kurze Video wurde auch im iranischen Staatsfernsehen gezeigt. Nach Angaben eines iranischen Generals zeigt er einen israelischen Angriff auf das Verteidigungskontrollzentrum in Täbris (Iran) während des Zwölftagekriegs.

Für die anderen Clips gilt das nicht: Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) fand keine Hinweise dazu, dass eines der anderen drei Videos aus der Montage in der lokalen Berichterstattung auftaucht.

Clips weisen Anomalien auf

Es wird immer schwerer, mit Künstlicher Intelligenz (KI) erzeugte Inhalte als solche zu identifizieren. Bei der Betrachtung der ersten Szene fällt jedoch auf, dass auf der eingeblendeten Karte Länderbestandteile, etwa die Halbinsel Katars, fehlen. Computerbildschirme wirken unüblich aufeinandergesteckt. Die vier Männer im Raum verschwinden vollständig, kurz bevor die Explosion sie erreicht.

Im zweiten Clip verschwindet der rechte Arm eines stehenden Mannes während der Explosion komplett, die Hand verharrt jedoch weiter auf dem Tisch. Die digitale Uhr zeigt deutliche Zeitsprünge, teils auch nicht existierende Zahlen. Weiter hinten im Raum sind Tastaturen ohne Tasten zu sehen.

In Clip 4 ist der Kopf des stehenden Mannes kurz nach Detonation im Rauch zu erkennen – er scheint überhaupt nicht auf die Explosion zu reagieren. Solche, den physikalischen Gesetzen trotzende Ungereimtheiten sind ein weiteres Indiz für eine KI-Generierung.

Ein zwölf Tage andauernder Kreig

Mit der Überschrift sind wohl sogenannete «bunderbrechende Bomben» gemeint – diese wurden bei einem US-Angriff auf den Iran am 22. Juni 2025 eingesetzt, wie etwa das ZDF berichtet. Demnach war der US-Angriff auf iranische Atomanlagen eng mit Israel abgestimmt.

Am vorangegangenen 13. Juni hatte Israel den Iran angegriffen und in der Folge militärische und zivile Ziele in weiten Landesteilen bombardiert. Der Iran reagierte mit Raketenangriffen auf israelisches Staatsgebiet.

Die USA beteiligten sich mit dem Angriff auf Atomlager ebenfalls an dem Krieg. Wenige Tage darauf trat eine Waffenruhe in Kraft. Den militärischen Auseinandersetzungen waren rund zwei Monate diplomatischer Gespräche zwischen Washington und Teheran über das iranische Atomprogramm vorausgegangen.

(Stand: 11.12.2025)

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Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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