Bewertung
Das Video zeigt keine echte Szene in Teheran. Es wurde mit Künstlicher Intelligenz erschaffen.
Fakten
Wenn man davon ausgeht, dass Tausende Menschen gemeinsam an einem öffentlichen Ort stehen und haben ihr Handy parat haben, müssten von dieser Szene eigentlich zahllose Videos auftauchen.
Doch in diesem Fall gibt es abseits des einen Videos kein Material von dieser Szenerie, was seltsam ist, auch wenn wie erwähnt wenig Aufnahmen aus dem Iran verfügbar sind. Zumal der iranische Staat mit Gewalt auf die Aufstände reagiert hat – sprich, von der Niederschlagung und Verfolgung der im Video unterstellten Proteste hätten sich ebenfalls Bilder verbreiten können, hätten sie tatsächlich in dieser Form stattgefunden.
So eine Spur auf dem Weg zur Falsifizierung findet man mit der Bilderrückwärtssuche. Die Suche ergibt außerdem, dass eine Künstlerin bereits am 10. Januar das fragliche Video auf ihrem Instagram-Account veröffentlicht hat und im Begleittext schreibt: «Eine digitale Hommage an die aktuellen Proteste im Iran.» Die Bilder sollten nicht die Wirklichkeit ersetzen.
In einem Post auf dem Profil beschreibt die Künstlerin, dass sie mit Künstlicher Intelligenz arbeitet. Auf dem Account hat sie viele weitere Videos, die mit Künstlicher Intelligenz entstanden sind. Auch der Post eines anderen Nutzers vom 11. Januar, der das Video mit dem angeblichen Lichtermeer verbreitet, betont seine Entstehung mittels Künstlicher Intelligenz.
Proteste im Iran
Der iranische Staat hat auf die jüngsten Massenproteste unerbittlich reagiert – mit tödlicher Gewalt, Überwachung und digitaler Abschottung. Menschenrechtsaktivisten dokumentieren die gewaltsame Antwort des Machtapparats. Etwa 4.000 Todesopfer hat das in den USA ansässige Menschenrechtsnetzwerk HRANA bislang verifiziert. Meldungen von weiteren knapp 9.000 Todesfälle werden laut Angaben der Organisation noch geprüft.
(Stand: 20.1.26)
