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Benzinpreisvergleich basiert auf falschen Daten

Aufgrund der Angriffe auf den Iran und Nachbarländer steigen an vielen Orten der Welt die Öl- und damit auch Benzinpreise. In einem vielfach geteilten Bild soll ein aktueller Vergleich zwischen den Preisen in Russland, der Ukraine, Ungarn, Polen und Österreich aufgelistet sein. Deren Benzinpreise werden mit «Dummland» verglichen, womit wohl Deutschland gemeint ist.

Bewertung

Die Liste kursiert bereits seit 2022. Die Angaben entsprechen nur zum Teil den aktuellen Preisen.

Fakten

Obwohl es im Sharepic nicht explizit formuliert ist, kann nur der Literpreis gemeint sein. Ein Vergleich mit tatsächlichen Daten über aktuelle Benzinpreise zeigt deutliche Abweichungen von der Behauptung:

  • «Russland 0,36 Euro»: Laut der Webseite benzin-price.ru lag der Preis an russischen Tankstellen für einen Liter Superbenzin 95 am 6. März 2026 zwischen 61 und 81 russischen Rubel (RUB). An diesem Tag wurde der Beitrag mit der Behauptung gepostet. Das entspricht rund 0,67 bis 0,88 Euro.
  • «Ukraine 1,08 Euro»: Zwei unterschiedliche Webseiten (hier und hier), die Daten zu globalen Kraftstoffpreisen sammeln, schreiben der Ukraine durchschnittliche Benzinpreise von 1,26 Euro und 1,38 Euro pro Liter am 2. und 3. März zu. Tendenz steigend.
  • «Ungarn 1,27 Euro»: Medienberichten zufolge deckelt die Regierung in Ungarn nun den Benzinpreis auf 1,50 Euro pro Liter. Laut globalpetrolprices.com lag der Benzinpreis am 2. März zuletzt bei 1,43 Euro je Liter.
  • «Polen 1,43 Euro»: Laut der Webseite benzinpreis-aktuell.de kostet ein Liter Super am 7. März in Polen im Schnitt 1,37 Euro. Laut ADAC sei der Liter bis zu 60 Prozent günstiger als hierzulande.
  • «Österreich 1,72 Euro»: Der österreichische Automobilclub (ÖAMTC) meldet zwischen dem 2. und 9. März Benzinpreise von 1,64 bis 1,73 Euro.
  • Der Literpreis in Deutschland lag am 6. März laut SWR bei durchschnittlich 2 Euro pro Liter Super.

Die falschen Daten aus dem Bild kursieren bereits seit mindestens 2022: Ein Faktencheck der Deutschen Presse-Agentur (dpa) aus diesem Jahr behandelt ein ähnliches Sharepic. Die Preise sind auf den Cent identisch mit der Behauptung von heute. Nur die Behauptung zu Österreich ist noch hinzugekommen.

(Stand: 10.3.2026)

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Wirtschaft, Verbraucher

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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