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Überschrift auf Bild von «Welt»-Artikel ist manipuliert

Nach der falschen Terrorwarnung gegen Berliner Schulen ist in sozialen Netzwerken ein Bild aufgetaucht. Es soll einen abfotografierten Online-Artikel der «Welt» zeigen. «Die Mörder wurden gefunden: 20 tote und viele schwer verletzt» (Originalschreibweise) lautet darauf die vermeintliche Überschrift. Das Bild erweckt den Eindruck, es seien tatsächlich Menschen im Zusammenhang mit der falschen Warnung getötet worden. Was hat es damit auf sich?

Bewertung

Die Überschrift des Artikels wurde manipuliert.

Fakten

Auf der Webseite der «Welt» lässt sich bei einer Suche nach dem Wortlaut kein Artikel mit der angeblichen Überschrift finden. Stattdessen enthält das Bild selbst bereits mehrere Hinweise, die es als Manipulation entlarven.

Der Titel des Artikels auf dem Bild ist sowohl inhaltlich als auch in der Rechtschreibung fehlerhaft. «20 tote» steht in der Überschrift, korrekt wäre die Schreibweise «20 Tote». Doch einen Anschlag hat es nicht gegeben, es wurden folglich keine Personen verletzt oder getötet.

Eine online verbreitete falsche Terrorwarnung gegen mehr als 20 Berliner Schulen hat am Montag Eltern in Sorge versetzt und die Polizei alarmiert. Für konkrete Anschlagspläne gab es keinen Beleg, wie ein dpa-Faktencheck zeigt. Die Polizei sprach von «Falschinformationen, die gezielt Ängste schüren sollen».

Artikelpfad verrät echte Überschrift des Artikels

Zudem enthält das Bild den Artikelpfad mit der echten Überschrift: «Home – Panorama – Berlin: Polizei ruft nach Anschlagsdrohungen gegen 20 Schulen „Phase 2“ aus». Unter diesem Pfad existiert tatsächlich ein «Welt»-Artikel über die falsche Terrorwarnung.

Mittlerweile lautet die aktualisierte Überschrift «Anschlagsdrohungen an Berliner Schulen – Eine Spur führt nach Moskau». Das Datum wird mit 17. November 2025 angegeben. Eingebettet ist ein Video, es zeigt einen Reporter vor dem Berliner Carl-von-Ossietzky-Gymnasium. Tote oder Verletzte finden weder im Text noch im Video Erwähnung.

Im Quelltext sowie über Archiv-Versionen lässt sich nachvollziehen, dass der Text mehrfach aktualisiert wurde. Bereits in Versionen, die den Artikelstand von 11.18 Uhr und von 13.02 Uhr abbilden, wurde im Text auf die Entwarnung der Polizei hingewiesen. Auch die Überschriften lauteten zu den Zeitpunkten «Polizei ruft nach Anschlagsdrohungen gegen 20 Berliner Schulen „Phase 2″».

Von Toten oder Verletzten ist auch hier keine Rede. Bei einem Vergleich der Archiv-Versionen fällt zudem auf, dass der Text zwischen den beiden Zeitpunkten mit Informationen einer weiteren Autorin angereichert wurde. Ihr Name ist auch auf dem kursierenden Bild zu lesen. Das alles zeigt: Die Überschrift wurde manipuliert.

(Stand: 18.11.2025)

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Politik, Gesellschaft

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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