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CO2-Gehalt über Jahrtausende niedriger als heute

Seit Jahrzehnten ist der Anstieg des Gases Kohlendioxid (CO2) messbar, 2024 hat die Konzentration in der Atmosphäre erneut einen Höchststand seit Beginn der modernen Messungen erreicht. Als «Panikmache» wird das in einem Video in den sozialen Netzwerken bezeichnet. Denn angeblich gab es seit 100 Millionen Jahren nicht so wenig CO2 in der Atmosphäre wie heute. Wenn dieser Tiefstand unterschritten werde, sei das für Pflanzen «brandgefährlich», da diese das CO2 zum Wachstum brauchen. Aber stimmt das so?

Bewertung

Der CO2-Gehalt in der Atmosphäre war im Laufe der vergangenen 100 Millionen Jahre zeitweise niedriger als heute. Pflanzen brauchen zwar Kohlendioxid, allerdings kann eine sehr hohe Konzentration in der Atmosphäre der Pflanzenwelt auch schaden.

Fakten

Die Behauptung wird in dem Video selbst widerlegt: Denn am Anfang heißt es, es hätte seit 100 Millionen Jahren nicht so wenig CO2 in der Atmosphäre gegeben wie heute, wo der Wert bei rund 420 ppm («parts per million» – Anteile pro Million Luftteilchen) liegt. Danach wird aber gesagt, dass der CO2-Gehalt in der letzten Eiszeit bei 180 ppm gelegen habe – und die endete vor rund 11.700 Jahren.

Die CO2-Konzentration in der Luft unterlag im Laufe der Erdgeschichte immer wieder Schwankungen, diese sind unter anderem durch die Analyse von Eisbohrkernen gut belegt. Es ist zwar richtig, dass der Anteil an CO2 in der Atmosphäre in den vergangenen 100 Millionen Jahren abgenommen hat – wir haben heutzutage aber mit 420 ppm keinen historischen Tiefstand erreicht.

Über die vergangenen 800.000 Jahre hinweg bewegten sich die CO2-Werte zwischen 190 ppm und 300 ppm. Vor dem Beginn der Industriellen Revolution um das Jahr 1750 lag der Wert bei etwa 280 ppm und noch Mitte des vergangenen Jahrhunderts bei 315 ppm – also deutlich niedriger als heute.

Die Pflanze wächst nicht von CO2 allein

Dass Pflanzen CO2 benötigen, ist richtig. Allerdings wäre es falsch, daraus abzuleiten, dass mehr Kohlendioxid auch zu mehr Pflanzenwachstum führt. So brauchen Pflanzen zusätzlich auch Nährstoffe wie Phosphor oder Stickstoff, die nicht automatisch mehr vorhanden sind, nur weil der CO2-Gehalt in der Atmosphäre steigt.

Außerdem setzen der Natur die Auswirkungen des Klimawandels wie hohe Temperaturen und lange Trockenperioden zu. Zu guter Letzt hat eine höhere Zufuhr mit Kohlendioxid auch Folgen für die chemische Zusammensetzung von Pflanzen: So wurde unter anderem bei Weizen und anderen Getreidesorten bei zunehmender CO2-Konzentration ein geringerer Nährwert im Getreide festgestellt (Download, S. 115).

(Stand: 31.10.2025)

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Klimawandel

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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