Bewertung
Das ist falsch. Aus medizinischer Sicht ist eine Depression eine ernste Erkrankung, die das Denken, Fühlen und Handeln der Betroffenen tiefgehend beeinflusst. Sie kann mit Störungen von Hirnfunktionen einhergehen und verursacht erhebliches Leiden.
Fakten
Anders als bei einem gebrochenen Arm lässt sich eine Depression meist nicht auf eine einzige Ursache oder einen einzigen Auslöser zurückführen. Vielmehr entwickelt sie sich aus dem Zusammenspiel unterschiedlicher Einflüsse. Sie kann nach Angaben der Stiftung Deutsche Depressionshilfe eine psychosoziale und neurobiologische Seite haben.
Nicht allein äußere Auslöser
Traumatisierungen oder Missbrauchserlebnisse in frühen Lebensphasen können zum Beispiel das Risiko erhöhen, später an einer Depression zu erkranken. Auch aktuelle Verlusterlebnisse und Überlastung zählen zu solchen Risiken. Depressive Episoden können jedoch auch ohne erkennbare äußere Auslöser auftreten.
Es gibt auch körperliche Ursachen für das Entstehen einer Depression, insbesondere neurobiologische Veränderungen im Gehirn. Dort gibt es zwischen den Nervenzellen keine direkte Verbindung. Um einen Reiz weiterzuleiten, müssen Botenstoffe (Neurotransmitter) in den Raum zwischen zwei Nervenzellen ausgeschüttet werden. Dieser Prozess ist grundlegend für verschiedene Funktionen im Gehirn: Handlungen, Stimmungen und Wahrnehmungen hängen damit zusammen.
Erkrankung des Gehirns
Funktionsstörungen der Botenstoffe können zu einer Depression führen – also zu einer Erkrankung des Gehirns. Die komplizierten Wechselwirkungen der Botenstoffe hat die Medizin noch nicht vollständig enträtselt. Eine Depression hängt so zum Beispiel nicht allein mit Störungen im System des Botenstoffs Serotonin zusammen.
Gut belegt ist, dass bei der Entstehung einer Depression eine genetische Veranlagung eine Rolle spielen kann. Es gibt jedoch kein einzelnes Depressionsgen. Es ist anzunehmen, dass es zahlreiche genetische Veränderungen gibt, die erst bei einer ungünstigen Konstellation das Erkrankungsrisiko erhöhen.
Suizidgedanken und -impulse sind ein häufiges Symptom bei Depressionen und machen die Krankheit deshalb oft lebensbedrohlich.
Die wichtigsten Säulen der Behandlung sind Medikamente (Antidepressiva) und die Psychotherapie.
Wo es Hilfe gibt
Eine Depression ist nicht leicht zu erkennen. Zu ihren Symptomen können über einen längeren Zeitraum (mehrere Wochen und Monate) Kernsymptome gehören wie eine anhaltend gedrückte Stimmung, Interessen- und Freudlosigkeit, verminderter Antrieb, Konzentrationsprobleme, Schuldgefühle, Schlafstörungen, Appetitverlust, innere Unruhe, Angst- und Essstörungen sowie Suizidgedanken.
Ein seriöser Selbsttest kann bei der ersten persönlichen Einschätzung hilfreich sein, ersetzt aber keine Diagnose durch einen Hausarzt, einen Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde oder einen Psychotherapeuten.
Bei akuten Suizidgedanken gibt es Erste Hilfe über die Telefonseelsorge unter der kostenlosen Nummer 0800 1110111, den ärztlichen Patientenservice unter der Nummer 116 117, den Notruf 112 oder die Notaufnahme oder Notfallambulanz in Kliniken.
(Stand: 22.12.2025)
