Bewertung
Das ist falsch. Zwar ist für den 5. Dezember eine bundesweite Protestaktion gegen den neuen Wehrdienst geplant. Deshalb haben aber nicht alle Schüler automatisch schulfrei.
Fakten
Union und SPD haben sich vor Kurzem auf die Ausgestaltung eines neuen Wehrdienstes geeinigt. Der sieht vor, dass alle ab 2008 geborenen Männer verpflichtend zur Musterung gehen müssen. Sollte die verteidigungspolitische Lage ernster werden, kann der Bundestag eine «Bedarfswehrpflicht» beschließen.
Die Initiative «Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder!» hat deshalb am 5. Dezember zu einem bundesweiten Aktionstag gegen die Wehrpflicht aufgerufen. Dabei sind Schülerinnen und Schüler dazu aufgerufen, nicht zur Schule zu gehen und gegen die Wehrpflicht zu demonstrieren.
Offiziell bestätigt: Kein Schulfrei
Das bedeutet jedoch nicht, dass niemand zur Schule gehen muss. Die Kultusministerkonferenz sowie mehrere Kultusministerien der Länder haben auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur bestätigt, dass der Unterricht wie üblich stattfindet. «Der 5. Dezember ist in allen Bundesländern ein regulärer Schultag», schrieb der Pressesprecher der Kultusministerkonferenz dazu.
Schulstreik ist nicht gleich schulfrei
Nur weil ein Bündnis zum Schulstreik aufruft, gibt es nicht automatisch einen schulfreien Tag. Im Gegenteil: Schülerinnen und Schüler in Deutschland haben eine Schulpflicht. Das betont auch der Sprecher der Kultusministerkonferenz. Politisches Engagement sei wichtig, es solle aber außerhalb der Unterrichtszeit stattfinden.
Wer wegen eines Streiks in der Schulzeit nicht zur Schule geht, kann dafür sogar einen unentschuldigten Fehltag eingetragen bekommen. Dies ist während der Schulstreiks für Fridays for Future 2019 bereits ausführlich diskutiert worden. Auch damals hatten nicht alle Schüler frei, wenn Fridays for Future zum Streiken aufrief.
(Stand: 24.11.2025)
