Was haben die Autoren Peter Hahne und Markus Krall mit dem AfD-Politiker Tino Chrupalla gemeinsam? Im März 2026 wurde allen dreien in Sozialen Netzwerken in den Mund gelegt, sie hätten von Wahlbetrug bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg gesprochen. Mit den Behauptungen über Markus Krall und Tino Chrupalla haben wir uns bereits beschäftigt – da war nichts dran.
Der als Rechtspopulist kritisierte Autor und ehemalige ZDF-Korrespondent Peter Hahne soll enthüllt haben, dass AfD-Stimmen bei der Wahl in Baden-Württemberg falsch ausgezählt worden seien. Wie in den Fällen Krall und Chrupalla, behauptete das zunächst der Youtube-Kanal „Nachrichten Aktuell“. Auf unsere Anfrage vom 30. März zu Hahne antwortete der Kanal nicht, löschte aber das Video. Das kursiert dennoch weiter, etwa auf X, weil es der pro-russische Account „Daniel Gugger“ geteilt hatte.

Mit den Schlagworten „Wahlbetrug“ und „Peter Hahne“ gingen darüber hinaus weitere Akteure hausieren: Eine Reihe von Facebook-Seiten verbreitete ähnliche Behauptungen in Form von Collagen und angeblichen Medienberichten. Etwa ein Foto von Hahne mit dem Text „hier wurde massiv betrogen“ oder angebliche Hinweise, die Hahne vorliegen würden, zum Beispiel von Wahlhelfern oder „Insidern“.

Ein Netzwerk von angeblichen Medienseiten streut auf Facebook Falschbehauptungen über Wahlbetrug. Was hinter der Masche steckt, liegt noch im Dunkeln – Hinweise deuten nach Vietnam. Über die Hintergründe berichtet CORRECTIV.Faktencheck hier.
Keine nennenswerten Hinweise auf Betrug bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg
Zu den Fakten: Es finden sich keine Hinweise, dass sich Hahne überhaupt so geäußert hat. Einige behaupten, er habe das „im Interview bei einem unabhängigen Portal“ gesagt. Am Tag der Wahl, dem 8. März, sprach Hahne in einer Live-Sendung des rechtspopulistischen Meinungsmagazins Tichys Einblick. Auf diesen Ausschnitt bezieht sich auch der Youtube-Kanal „Nachrichten Aktuell“. Darin spricht Hahne aber weder von Wahlbetrug, noch von angeblichen Hinweisen. Wir haben Peter Hahne zudem selbst gefragt, ob er sich irgendwo anders geäußert hat. Eine Antwort erhielten wir bis zur Veröffentlichung nicht.
Über echte Manipulationsversuche wird in der Regel in vielen Medien berichtet. Die DPA hatte bereits am 12. März unter Berufung auf die Landeswahlleiterin und den Vorsitzenden des Wahlprüfungsausschusses im Stuttgarter Landtag (ein AfD-Politiker) berichtet, dass bei der Wahl in Baden-Württemberg keine Fälle von Wahlmanipulation bekannt seien.
Wie uns die Landeswahlleiterin in Baden-Württemberg am 25. März schrieb, gibt es bisher keine nennenswerten Hinweise oder Verdachtsmomente bezüglich Wahlbetrug bei der Briefwahl zur Landtagswahl. Nach der Prüfung der Wahlergebnisse veröffentlichte die Landeswahlleitung am 27. März das endgültige Ergebnis.
Sollten noch Hinweise auftauchen, etwa dass Rechte im Wahlverfahren verletzt wurden, kann jede wahlberechtigte Person Einspruch gegen die Gültigkeit der Wahl einlegen.
Redigatur: Paulina Thom, Gabriele Scherndl
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