Bewertung
Nein, es gibt keine belastbaren wissenschaftlichen Belege dafür, dass HAARP Hitzewellen oder andere Wetterereignisse erzeugen oder steuern kann.
Fakten
Am Wochenende war es extrem heiß in Deutschland: Nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wurde an drei Tagen in Folge jeweils ein Temperaturrekord gemessen. Am Sonntag registrierte der DWD in Neißemünde (Brandenburg) mit 41,7 Grad Celsius den bislang höchsten in Deutschland gemessenen Wert. In Kubschütz (Sachsen) wurde mit einer Tiefsttemperatur von 29,4 Grad die wärmste Nacht seit Beginn der Wetteraufzeichnungen registriert.
Diese Hitzwelle bringen Beiträge in den sozialen Netzwerken in Zusammenhang mit einem US-amerikanischen Forschungsprogramm in Alaska. Dessen Name HAARP steht für «High-Frequency Active Auroral Research Program». Die Forschungseinrichtung wurde in den 1990er-Jahren errichtet und war Eigentum des US-Militärs. Im Sommer 2015 übertrug die Armee das Projekt an die University of Alaska Fairbanks (UAF). HAARP ist kein geheimes Projekt, es ist öffentlich und kann besichtigt werden.
HAARP untersucht Ionosphäre bis 2.000 Kilometer Höhe
Das Forschungsinstitut untersucht die Ionosphäre. Dabei handelt es sich um eine Schicht im oberen Teil der Atmosphäre, die etwa 60 Kilometer von der Erdoberfläche entfernt beginnt und bis in etwa 2.000 Kilometer Höhe reicht. Die US-Armee interessierte sich für diesen Teil der Atmosphäre, weil er bei der Übertragung von Funksignalen eine Rolle spielt.
Ein wichtiges Instrument von HAARP ist das sogenannte Ionospheric Research Instrument (IRI). Dieses Instrument, ein Antennenfeld, kann Funksignale in die Ionosphäre senden. Wie diese Atmosphärenschicht und die Radiowellen zusammenwirken, wird dann von den Forschern untersucht.
Hitzewellen entstehen in der Troposphäre bis 15 Kilometer Höhe
Seit Jahren kursieren Verschwörungsmythen über dieses Programm. Eine der populären Theorien besagt, dass HAARP angeblich das Wetter manipulieren kann. Doch das ist falsch. Nach dem Stand der Atmosphärenforschung untersucht HAARP ausschließlich die höher gelegene Ionosphäre. Wetterereignisse wie Hitzewellen entstehen in wesentlich tieferen Atmosphärenschichten wie der Troposphäre, auf die die Anlage keinen nachgewiesenen Einfluss hat. Diese unterste Atmosphärenschicht findet sich bis in etwa 10 bis 15 Kilometern Höhe.
HAARP wurde bereits in der Vergangenheit Gegenstand von falschen Informationen und Verschwörungstheorien. Das zeigen mehrere dpa-Faktenchecks (hier und hier).
(Stand: 30.6.2026)
