Bewertung
Nein, Krall streut im Interviewausschnitt Zweifel am Ausgang der Wahl – einen Beweis für Wahlbetrug liefert er jedoch nicht. Es gibt zudem keine anderen Hinweise auf Betrug.
Fakten
Der Videoausschnitt, der in den sozialen Netzwerken geteilt wird, ist ein Ausschnitt aus einem längeren Video von Kralls YouTube-Account mit dem Immobilienmakler Christian Bubeck.
Kein Vorwurf des Wahlbetrugs
Darin sprechen die beiden über die Wahl in Baden-Württemberg. Krall sagt, ihm sei aufgefallen, dass die Grünen besser abschneiden würden je höher der Anteil der Briefwähler sei. Er behauptet im Folgenden, dass Briefwahlen schlechter zu kontrollieren seien und möchte «Zweifel sähen». Zu keinem Zeitpunkt sagt er eindeutig, dass Wahlbetrug stattgefunden habe oder kann Wahlbetrug belegen.
Grüne, CDU und SPD meist besser bei Briefwahl
Es stimmt, dass die Grünen in Baden-Württemberg besonders gut im Landesdurchschnitt der Zweitstimmen bei der Briefwahl abgeschnitten haben. Das trifft jedoch ebenfalls auf die CDU und SPD zu. Die AfD hat bei diesen Wahlen die größte Differenz zwischen Urnen- und Briefwahlergebnis. Dieses Muster lässt sich nicht nur in diesem Fall beobachten, sondern zeigt sich auch auf Bundesebene und bei anderen Landtagswahlen.
AfD misstraut Briefwahl
Die Gründe für diese Unterschiede liegen nicht bei der Briefwahl, sondern bei den Wählern: Frauen und ältere Menschen nutzen die Briefwahl häufiger. Genau diese Gruppen wählen häufiger CDU, SPD und Grüne, die AfD wird deutlich häufiger von Männern gewählt. Briefwahlergebnisse können dadurch von Urnen-Ergebnissen abweichen. Zudem ist die AfD dafür bekannt, Briefwahlen anzuzweifeln. Sie mobilisiert ihre Wähler dazu, an die Urne zu gehen.
Briefwahlen gelten zwar als anfälliger für Fehler, da sie für Wählende etwas komplizierter sind. Doch die Wahl per Brief ist nicht grundsätzlich anfälliger für Betrug, als an der Urne zu wählen.
(Stand: 27.3.2026)
