Fake-Artikel erfindet Dialog zwischen Merz und Weidel - Featured image

Fake-Artikel erfindet Dialog zwischen Merz und Weidel

Auf Facebook verlinken derzeit mehrere Werbeanzeigen zu einem vermeintlichen Artikel der ARD-Nachrichtensendung «Tagesschau». Demnach sei es in der Talkshow «Maischberger» zu einem politischen Eklat gekommen, heißt es. Dazu wird ein angeblicher Dialog aus der Sendung zwischen CDU-Chef Friedrich Merz und der AfD-Co-Vorsitzenden Alice Weidel wiedergegeben. Es geht um eine Finanzplattform namens «LordfaxPro» – mit der sich in kürzester Zeit viel Geld verdienen lasse. Doch hier sollten Leserinnen und Leser vorsichtig sein.

Bewertung

Der Artikel ist eine Fälschung. Der Dialog zwischen Merz und Weidel wurde erfunden. Die Seite versucht Daten von Nutzern abzugreifen.

Fakten

Ein Blick in die URL entlarvt den angeblichen «Tagesschau»-Artikel schnell als Fälschung: Die Adresse beginnt mit «pestritenda.info/». Die echte Webseite der «Tagesschau» ist hingegen unter der Domain «www.tagesschau.de» zu erreichen. Dort existiert kein Artikel mit der Überschrift, wie eine Suche zeigt.

In dem gefakten Artikel geht es um angebliche Äußerungen in der ARD-Talksendung «Maischberger». Dazu wird ein vermeintlicher Dialog zwischen Friedrich Merz und Alice Weidel wiedergegeben – samt Fotos von der AfD-Politikerin sowie der Moderatorin Sandra Maischberger.

Das Bild von Weidel stammt aus der «Maischberger»-Ausgabe vom 22. Januar 2025. Das Bild der Moderatorin wurde einer Sendung vom 4. Dezember 2024 entnommen, bei der CDU-Chef Merz zu Gast war. Schaut man sich beide Sendungen an, wird klar: Der Dialog aus dem Fake-Artikel ist erfunden, über eine Finanzplattform wurde nie gesprochen. Weidel und Merz waren zu verschiedenen Ausgaben der Talkshow eingeladen.

Daten als Ziel: Nutzer sollen sich registrieren

Der Fake-Artikel mit dem erfundenen Dialog dient als Werbung für eine Investitionsplattform: Immer wieder wird auf ein Finanzprodukt namens «LordfaxPro» verwiesen. Am Ende des Artikels werden Nutzer über einen Button zu einer vermeintlich «offiziellen Webseite» mit dem Produktnamen geleitet. Dort sollen sie sich mit ihrem Namen und ihrer E-Mail-Adresse und Telefonnummer registrieren.

Spätestens an dieser Stelle ist Vorsicht geboten: Verbraucherschützer und die Polizei warnen dringend davor, bei unseriösen Internetseiten und Angeboten oder Gewinnspielen die eigene E-Mail-Adresse oder sonstige persönliche Daten weiterzugeben, auch weil diese Daten verkauft werden könnten. Bei der Eingabe von persönlichen Daten im Netz sollten Internet-Nutzer immer wachsam und vorsichtig sein.

(Stand: 26.2.2025)

Fact Checker Logo

Politik, Verbraucher

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

Nach oben scrollen