Auch im Netz zeigen viele Menschen ihren Protest, wie auch kürzlich eine Frau. Auf einer in vielen Ländern verbreiteten Aufnahme hält sie ein brennendes Foto des iranischen Machthabers Ali Chamenei in der Hand und zündet sich daran ihre Zigarette an. Doch zeigt das Foto wirklich eine Protestaktion im Iran?
Bewertung
Das ist nicht der Fall. Das Foto ist aus einem Video geschnitten worden, das in Kanada entstanden ist.
Fakten
«Massenhafte Proteste im Iran» – mit diesen Worten wird der Post zum Foto eingeleitet. Ja, diese Proteste finden statt. Das Bild zeigt aber nicht den Protest vor Ort im Iran. Das lässt sich an verschiedenen Punkten ausmachen.
Eine Bilderrückwärtssuche bringt uns zunächst zur Originalquelle des Fotos: Zum Account einer Frau auf der Plattform X. Sie hat das Bild am 8. Januar gepostet, als Antwort auf die gleiche Protestaktion einer weiteren Frau. Die besagte Userin hat einen Tag darauf außerdem auch das Video gepostet, aus dem der Bildausschnitt stammt.
Ein Blick auf das Profil der Frau zeigt, dass sie als Ortsmarke die kanadische Stadt Toronto angegeben hat. Ein Beleg dafür, dass es sich dabei tatsächlich um ihren Standort handelt, ist die geteilte Aufzeichnung selbst. Im Hintergrund ist ein größeres, recht markantes Gebäude zu erkennen. Ein User auf X hat es ausfindig gemacht und ein Foto angefügt. Bei dem Gebäude handelt sich um die Oak Ridges Library in Richmond Hill, einem Vorort von Toronto. Das zeigt ein Zoom auf das Gebäude in Google Streetview.
Ähnliche Proteste bereits 2022
Es ist nicht die erste Protestwelle gegen die politische Lage im Iran, und auch nicht die erste, in der Frauen mit ihrer Form des Protests auffallen. Erst im Jahr 2022 schnitten sich viele Frauen im Iran die Haare ab und verbrannten ihre Kopftücher, nachdem die Iranerin Jina Mahsa Amini von der dortigen Sittenpolizei erst festgenommen wurde und dann in Polizeigewahrsam gestorben war (Euronews, t-online). Der Fall hatte auch außerhalb des Irans auf der ganzen Welt für Proteste gesorgt.
(Stand 13.1.2026)
