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Friedliche Prozession statt islamischer Machtübernahme

Eine Gruppe von 50.000 muslimischen Migranten soll, laut einem Facebook-Beitrag, durch Melbourne gelaufen sein und dabei laut gerufen haben: «Wir warten auf Befehle.» Ein dazugehöriges Video zeigt Menschen, die herumlaufen und etwas auf Arabisch rufen. Was ist dran an der Geschichte?

Bewertung

Die Menschen in dem Video rufen: «Dein Wunsch sei mir Befehl Hussein.» // «Wir sind zu deinen Diensten Hussein» (arab.: «Labaik ya Hussein»). Dabei erinnern sie an den Märtyrertod des von ihnen verehrten Imams Hussein, Enkel des Propheten Mohammed.

Zudem liegen die von Polizei und Veranstalter genannten Teilnehmendenzahlen von 5.000 bis 20.000 Menschen deutlich unter der im Facebook-Post genannten Zahl.

Fakten

Das Video zeigt eine AschuraProzession in Melbourne am 7. Juli 2025. Ein Vergleich mit weiteren Aufnahmen vom selben Standort bestätigt dies. Weltweit erinnerten schiitische Muslime Anfang Juli an Aschura, den Todestag des dritten Imams Hussein, der im 7. Jahrhundert in der Schlacht von Kerbela im heutigen Irak fiel.

Die Prozession fand in Melbourne bereits zum zwölften Mal statt. Das Video wurde vor dem Parlament von Victoria aufgenommen; bei Sekunde sieben ist das Princess Theater zu erkennen.

In sozialen Medien war fälschlicherweise verbreitet worden, die Prozession stelle einen Angriff auf das Christentum und insbesondere die St. Patricks Kathedrale dar. Diese lag jedoch lediglich an der Wegstrecke.

Laut Polizei verlief die angemeldete Veranstaltung friedlich, mit etwa 5.000 Teilnehmenden. Die Veranstalter sprachen von 15.000 bis 20.000 Menschen, überwiegend australische Staatsbürger – Unterschiede bei solchen Schätzungen sind nicht ungewöhnlich.

Ein Sprecher des Aschura-Komitees erklärte der Agentur Reuters: «Es gibt keine muslimische Machtübernahme. Wir lieben Australien so, wie es ist, und tragen durch unsere Geschäfte, unsere Arbeit und unser soziales Engagement dazu bei. Diejenigen, die Probleme machen, sind rassistische Rechtsextremisten, die das Zusammenleben erschweren.»

(Stand: 26.8.2025)

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Migration, Politik

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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