Keine Belege für diese Wohltätigkeit von AfD-Chefin Alice Weidel - Featured image

Keine Belege für diese Wohltätigkeit von AfD-Chefin Alice Weidel

Sie sitzt und lächelt neben einer Patientin an einem Krankenhausbett, darunter sind junge Frauen mit verbundenem Kopf schlafend und lächelnd zu sehen: Diese Fotocollage mit AfD-Chefin Alice Weidel kursiert in sozialen Netzwerken. Daneben wird im Beitragstext und in einem verlinkten Artikel in den Kommentaren behauptet, Weidel habe nach einer Signierstunde die Kosten für die Gehirntumor-Operation eines neunjährigen Mädchens übernommen. Stimmt das alles? Zeigte sich die AfD-Chefin in dem Fall so wohltätig?

Bewertung

Die Fotos in der Collage sind nicht authentisch und zum Teil KI-generiert. Es gibt keine Belege für den begleitenden Text, in dem es heißt, Weidel habe die Operationskosten übernommen.

Fakten

Bei einer Bilderrückwärtssuche zeigt sich, dass die beiden unteren Aufnahmen der Collage ursprünglich aus einem ganz anderen Kontext stammen. Das untere linke Bild wurde von der BBC veröffentlicht und zeigt die zur Zeitpunkt der Aufnahme 12-jährige Amelie, die in Somerset (Großbritannien) lebt und wegen eines Hirntumors operiert werden musste. Das untere rechte Bild stammt aus einem GoFundMe-Spendenaufruf und zeigt die 24-jährige Jayden nach einer Gehirntumor-Operation. Es handelt sich also in beiden Fällen nicht um eine neunjährige Patientin.

Linien, Bildfehler und Schrift: Hier war die KI im Spiel

Bei genauerer Analyse der Fotocollage treten typische Merkmale von KI-generierten oder manipulierten Bildern auf:

  • Das Kissen hinter der Patientin im oberen Bild weist inkonsistente Linien aus.
  • Hinter Alice Weidel ist ein Bildfehler erkennbar – ein Streifen im Bett macht dort keinen Sinn.
  • Der Kopf von Alice Weidel liegt unnatürlich auf dem Kopf der Patientin.
  • Im unteren rechten Bild verschmilzt das geriffelte Netz der Kopfbedeckung unnatürlich mit der Stirn und die Struktur ändert sich abrupt.
  • Das Muster und die Falten im Patientenkittel sind perspektivisch inkonsistent.
  • Der Schriftzug auf der Armbinde im unteren linken Bild ist nicht lesbar.
  • Auf den drei Bildern sind unterschiedliche Personen zu sehen, nicht ein einzelnes Kind.
  • Die Person neben Alice Weidel sieht nicht wie ein neunjähriges Kind aus.

Das alles sind typische Fehler von KI-generierten oder manipulierten Bildern. Deren Qualität ist in den vergangenen Jahren immer besser geworden, dadurch fällt es immer schwerer, echte von gefälschten Bildern zu unterscheiden.

Begleittext bleibt vage und beinhaltet KI-typische Fehler

Auch der verlinkte Text weist Merkmale nicht seriöser Berichterstattung auf. Die Aussagen bleiben sehr vage und beziehen sich lediglich auf «ein Krankenhaus», «ein neunjähriges Mädchen» und eine «komplexe Operation». Sie lassen sich nicht durch seriöse Quellen belegen.

Im Text heißt es unter anderem, Medien hätten die wohltätige Tat von Alice Weidel aufgegriffen. Tatsächlich existieren keine Berichte in seriösen Medien, die die angebliche Spende von Alice Weidel bestätigen. Zudem enthält der Text auffällige Zeichenfehler wie «vnd» statt «und», was zudem auf KI-Generierung hinweist.

(Stand: 3.2.2026)

Fact Checker Logo

Künstliche Intelligenz, Politik

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

Nach oben scrollen