Bewertung
Nein, das virale Video wurde vom KI-Videogenerator Sora erzeugt. Das bestätigte die Entwicklerfirma OpenAI der Deutschen Presse-Agentur. Zudem sind typische Bildfehler zu erkennen.
Fakten
Ein englischsprachiger Beitrag mit dem Clip hat auf der Plattform X bereits mehr als 1,5 Millionen Aufrufe erzielt. Bei genauerer Betrachtung lassen sich aber visuelle Unstimmigkeiten feststellen, die auftreten können, wenn ein Video mit Künstlicher Intelligenz generiert wird:
- Auf der Straße fahren mehrere Autos alle in eine Richtung. Doch auf der Straße sind keinerlei Fahrbahnmarkierungen zu sehen.
- Zu Beginn des Videos erstrecken sich die Flammen an der linken Fahrbahnseite bis weit in den Hintergrund. Ab Sekunde 8 sind im Hintergrund Scheinwerfer von zwei weiteren Autos zu sehen. Zwischen den Scheinwerferleuchten fehlen im weiteren Videoverlauf jedoch Flammen.
- Das Feuer wirkt zu perfekt, um echt zu sein: Am rechten Fahrbandrand gleichen sich die Flammen in Höhe und Intensität, sie treten auf einer Linie aus dem Boden aus.
- Die Perfektion der Flammen wird ab Sekunde 9 jedoch beendet: Plötzlich scheinen die Flammen am unteren Bildrand in die entgegengesetzte Richtung zu wehen – sie treten nun an einer anderen Stelle aus dem Asphalt aus.
OpenAI bestätigt: Bilder stammen von Videogenerator Sora
Diese Hinweise sprechen für einen synthetischen Inhalt. Zu dieser Einschätzung kommt auch ein KI-Erkennungstool. In einem Test bezifferte das Tool die KI-Wahrscheinlichkeit auf 99,4 Prozent. Einzelbilder des Videos ordnete das Tool dem KI-Videogenerator Sora von OpenAI zu.
Aber Vorsicht, grundsätzlich gilt: Ebenso wie bei der Bildgenerierung mit Künstlicher Intelligenz Fehler auftreten können, sind Tools zur Erkennung von KI-Material häufig noch nicht ausgereift und somit nicht verlässlich. Ihre Ergebnisse schwanken und sind kaum belastbar.
Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) hat daher bei OpenAI – dem US-Entwickler von Sora – angefragt. «Wir haben uns das Video angeschaut: es wurde mit Sora erstellt», bestätigte eine Sprecherin. Das Unternehmen betreibt nach eigenen Angaben interne Rückwärts-Suchtools, um die sehr realistisch wirkenden Sora-Videos mit hoher Genauigkeit zurückverfolgen zu können.
Angriffe auf Öllager am Wochenende
Am Wochenende hatte Israels Luftwaffe Öldepots in Teheran bombardiert und in Flammen gesetzt. Dichter, schwarzer Rauch verdunkelte in der Folge den Himmel. Auf viele Dächer der Metropole regnete es Öl herab, wie auch der deutsche CNN-Journalist Frederik Pleitgen in einem Video aus Teheran berichtete.
Laut Berichten wurde dabei auch das Shahran-Öldepot im Nordwesten Teherans getroffen. In der Folge kursierten in sozialen Netzwerken echte Videos, auf denen offenbar Feuer an Straßenrändern zu sehen sind. Journalisten der BBC konnten zwei solcher Videos (I und II) auf dem Koohsar Boulevard verorten, der sich in der Nähe des Shahran-Öldepots befindet.
(Stand: 10.3.2026)
