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Kinderimpfungen senken das Sterberisiko deutlich

Impfungen gehören zu den wichtigsten Maßnahmen im Kinderschutz. Trotzdem behauptet ein auf Facebook geteilter Artikel, eine neue englischsprachige Studie habe herausgefunden, dass Säuglinge nach Impfungen im zweiten Lebensmonat ein deutlich höheres Sterberisiko aufweisen. Stimmt das?

Bewertung

Die Aussage ist falsch. Die Studie wurde zurückgezogen und ist wissenschaftlich nicht belastbar. Seriöse Studien zeigen, dass Kinderimpfungen das Sterberisiko senken.

Fakten

Die besagte Studie mit dem Titel «Increased Mortality Associated with 2-Month Old Infant Vaccinations» stammt von einer impfkritischen Organisation und wurde nicht von anderen Fachleuten geprüft («not peer-reviewed»). Kurz nach Veröffentlichung wurde sie zurückgezogen.

Ursula Wiedermann-Schmidt, Professorin für Vakzinologie an der Med-Uni Wien, bestätigt auf dpa-Anfrage, dass die Studie keine belastbaren Daten liefert. Sie verweist zudem darauf, dass er auch deshalb auf Beiratsbeschluss der Veröffentlichungsseite zurückgezogen wurde.

Studie zeigt: Impfprogramme retten Leben

Zuverlässige, internationale Daten zeigen das Gegenteil der Behauptung: Seit Einführung der Kinderimpfungen vor rund 50 Jahren ist die weltweite Säuglingssterblichkeit um 40 Prozent gesunken. Laut einer im Fachjournal «The Lancet» erschienenen Auswertung haben Impfprogramme seit 1974 schätzungsweise 154 Millionen Todesfälle verhindert, darunter 146 Millionen bei Kindern unter fünf Jahren.

Kinder, die geimpft wurden, haben auch noch im Erwachsenenalter eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit. Medizinische Fachgesellschaften und die WHO betonen den lebensrettenden Effekt von Impfungen seit Jahrzehnten.

Die zurückgezogene Studie stammt von «Children’s Health Defense», einer bekannten impfkritischen Organisation in den USA. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) hat bereits mehrmals Falschbehauptungen zur Sicherheit von Impfungen widerlegt.

(Stand: 29.1.2026)

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Gesundheit

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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